Nordspanien ETA zündet Sprengsätze an Badestränden

Mit einer Serie von Bombenanschlägen haben Terroristen der baskischen Untergrundorganisation ETA in zwei Ferienorten Nordspaniens Angst und Schrecken verbreitet. Die Sprengsätze explodierten an zwei Stränden und auf einem Golfplatz nahe Santander.

Santander - Vier Sprengsätze detonierten am Sonntag im Abstand von weniger als drei Stunden an zwei Stränden und auf einem Golfplatz der Küstenstädte Laredo und Noja nahe Santander. Eine Frau wurde durch einen umherfliegenden Stein verletzt, wie die Behörden mitteilten. Zudem wurde eine Schwangere Frau wegen eines Schocks im Krankenhaus behandelt.

Rund eineinhalb Stunden vor der ersten Explosion habe ein anonymer Anrufer im Namen der ETA die Behörden vor der Zündung der Sprengsätze gewarnt, teilte ein Vertreter der Rettungskräfte mit. Die Anschlagsgebiete konnten daher rechtzeitig geräumt und abgeriegelt werden. Zuvor hatte bereits eine kleinere Explosion ein Bankgebäude in der baskischen Stadt Getxo nahe Bilbao leicht beschädigt. Ob die Anschläge in einem Zusammenhang standen, war unklar.

Zwei Sprengsätze detonierten auf der Promenade des Küstenorts Laredo in Kantabrien, einem der beliebtesten Ziele im Norden Spaniens. Die Explosion ließ zahlreiche Fensterscheiben bersten. Eine 25 Meter Rauchsäule stieg über der Promenade hoch. Die Urlauber seien 45 Minuten vorher vom Strand in Sicherheit gebracht worden und hätten Zuflucht in Bars und Cafes gesucht, sagte ein Regierungssprecher. Zum Schutz hätten die Geschäfte ihre Roll-Läden herunter gezogen.

Die beiden anderen Sprengsätze explodierten in dem Ort Noja, etwa 19 Kilometer entfernt von Laredo. Weder die Bombe in den Dünen des Strandes noch die auf einem Golfplatz richtete aber größere Schäden an. Auch hier konnten die Menschen rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Wegen regnerischen Wetters waren weniger Menschen am Strand als sonst. Die Polizei forderte Anwohner und Touristen über Lautsprecher auf, Häuser und Hotels nicht zu verlassen. Die Anschlagziele sind nur wenige Kilometer vom Baskenland entfernt.

Terror gegen den Tourismus

Die Ermittler sind überzeugt, dass die ETA mit den Attentaten eine neue Offensive in spanischen Urlaubsgebieten begonnen hat, um in der Hauptsaison den Tourismus als einen der wichtigsten Wirtschaftszweige Spaniens zu treffen. Spaniens Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba kündigte ein hartes Vorgehen gegen die Attentäter an. "Der beste Weg zu einer langjährigen Haftstrafe ist eine Mitgliedschaft bei der ETA."

In den vergangenen 30 Jahren hat die ETA mehr als hundert Bomben in spanischen Ferienorten gezündet, ihr Kalkül ist aber nie aufgegangen. Vielmehr ist die Zahl der Touristen stetig gestiegen.

Erst im Mai hatte die ETA mit einer neuen Terroroffensive in Spanien gedroht. Damals war der mutmaßliche oberste Anführer der Organisation, Francisco Javier López Peña, in Frankreich gefasst worden. In den vergangenen Wochen hatte die ETA mehrere Bombenanschläge im Baskenland verübt, bei denen jedoch niemand verletzt wurde. Die Organisation kämpft seit 40 Jahren für einen unabhängigen baskischen Staat und hat in dieser Zeit fast 850 Menschen getötet.

cjp/hil/Reuters/dpa