NSA-Affäre USA erstaunt über "zögerliche Reaktionen" der Deutschen

Einschränkung der Zusammenarbeit, Ausweisung von Personal: US-Geheimdienste rechneten nach SPIEGEL-Informationen mit harschen Reaktionen, nachdem bekannt wurde, dass sie das Handy der Kanzlerin abhörten. Die Zurückhaltung der Deutschen überraschte sie.
US-Präsident Obama: Die Geheimdienstkooperation wird fortgesetzt

US-Präsident Obama: Die Geheimdienstkooperation wird fortgesetzt

Foto: JIM WATSON/ AFP

Amerikanische Geheimdienste sind erstaunt über die "zögerlichen Reaktionen" der Deutschen, nachdem der Lauschangriff der US-Behörde NSA auf Angela Merkels Handy bekannt wurde. Das geht aus einem internen Vermerk des Bundesnachrichtendienstes (BND) hervor, der dem SPIEGEL vorliegt. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Demnach hatte die US-Seite eine "harte Reaktion" erwartet und mit einer "kurzzeitigen temporären Einschränkung der Kooperation" oder der "Ausweisung von US-Personal" gerechnet. Im umgekehrten Fall einer deutschen Spionage in den USA würden die Amerikaner anders reagieren, heißt es in dem BND-Papier: Die US-Seite würde "mit harten nachrichtendienstlichen Sanktionen gegen Deutschland vorgehen".

Der Vermerk des BND entstand am 26. November 2013. Wenige Wochen zuvor hatte der SPIEGEL enthüllt, dass die NSA ein Handy der Kanzlerin abgehört hatte.

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