Nukleare Abrüstung Obama und Medwedew unterzeichnen historisches Abkommen

Vor historischer Kulisse haben US-Präsident Obama und sein russischer Amtskollege Medwedew in Prag ein neues Abkommen zur Begrenzung der Atomarsenale beider Länder unterzeichnet. Obama nannte die Vereinbarung einen "wichtigen Meilenstein".

Präsidenten Obama und Medwedew in Prag: Die Welt soll sicherer werden
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Präsidenten Obama und Medwedew in Prag: Die Welt soll sicherer werden


Prag - Vor einem Jahr warb Barack Obama in einer Grundsatzrede in Prag für eine atomwaffenfreie Welt. Diesem Ziel ist der US-Präsident einen Schritt näher gekommen. Gemeinsam mit dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew kam er am Donnerstag erneut nach Prag und unterzeichnete dort ein neues Abkommen zur Begrenzung der Atomarsenale der USA und Russlands.

Im prunkvollen Spanischen Saal der Prager Burg setzten Obama und Medwedew im Beisein Hunderter Gäste ihre Unterschriften unter das erste Dokument des neuen Vertrags. Dieser sei "ein wichtiger Meilenstein für die nukleare Sicherheit und das Verhältnis zwischen den USA und Russland", sagte der US-Präsident. Der neue Start-Vertrag werde die USA und die Welt sicherer machen. Seine Vision einer atomwaffenfreien Welt sei aber ein langfristiges Ziel, das man vielleicht nicht in einer Amtszeit erreichen könne. Obama kündigte an, er wolle den neuen Vertrag mit Russland noch bis Jahresende im Senat ratifizieren lassen.

Der US-Präsident dankte seinem "Freund und Partner" Medwedew für die gute Zusammenarbeit. Der Kremlchef Medwedew nannte das Abkommen "historisch". "Nach diesen sicher nicht leichten Verhandlungen gibt es keinen Sieger und keinen Verlierer. Der Erfolg gehört beiden Ländern und mit ihnen der ganzen Welt", sagte Medwedew.

Um das neue Abkommen zwischen den USA und Russland rangen Unterhändler beider Seiten monatelang. Ende März wurde die Einigung verkündet. Das Abkommen gilt als der umfassendste atomare Abrüstungsvertrag seit zwei Jahrzehnten und löst den am 5. Dezember ausgelaufenen Vertrag zur Verringerung der strategischen Atomwaffen (Start) von 1991 ab. Dieser war ein Meilenstein bei der Beendigung des Kalten Kriegs.

Obama und Medwedew drohen Iran

In dem neuen Vertrag geht es um atomare Langstreckenwaffen, die das jeweils andere Land erreichen können. Sie waren in der Zeit des Kalten Krieges zwischen den USA und der Sowjetunion angehäuft worden und sollten das "Gleichgewicht des Schreckens" sichern. Neben den Bomben und Atomsprengköpfen gehören deren Trägersysteme wie Langstreckenbomber, Atom-U-Boote und Interkontinentalraketen zum Inhalt des Vertrages.

Er sieht vor, dass beide Seiten die Zahl ihrer atomaren Langstreckenwaffen von 2200 auf 1500 verringern. Die Zahl der Trägersysteme - Raketen, U-Boote und Flugzeuge - soll auf jeweils 800 in den USA und Russland sinken

Den Partnern bleiben nach der Ratifizierung sieben Jahre Zeit, die vereinbarten Ziele umzusetzen. Damit der Vertrag in Kraft treten kann, müssen noch die Parlamente beider Staaten zustimmen.

Obama drohte erneut Iran mit Sanktionen. Nationen, die sich nicht an die internationalen Regeln zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen hielten, würden isoliert, sagte er. Medwedew forderte die Führung in Teheran im Streit um das iranische Atomprogramm ebenfalls mit Nachdruck zur Zusammenarbeit auf. "Teheran reagiert leider nicht auf eine Menge angebotener Kompromisse. Davor kann man nicht die Augen verschließen, und der Weltsicherheitsrat wird diese Angelegenheit erneut besprechen", sagte Medwedew. "Sanktionen führen zwar selten zu Ergebnissen, aber manchmal geht es nicht ohne sie", fügte er hinzu.

mmq/apn/dpa/AFP/Reuters

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Kampfbuckler, 08.04.2010
1. Tschechen sind empört
Tschechen sind empört da für das Treffen ein "neutraler Platz" ausgesucht wurde, dabei gehören sie doch seit paar Jahren zum Westen. Besonders beängstigend für die Tschechen: Der Vorschlag sich im neutralen Prag zu treffen kam vom Medwedjew. Und die Geografiekenntnisse der Amis einschließlich ihrer Präsidenten sind ja notorisch ulkig.
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