Nukleare Abrüstung Verhandlungen zwischen Russland und USA stocken

Bei den Verhandlungen zwischen Russland und den USA über atomare Abrüstung ist keine schnelle Einigung in Sicht. Denn Moskau sieht sich durch ein geplantes Raketenabwehrsystem der Amerikaner in Europa bedroht. Die US-Regierung dagegen hält nur Detailfragen für nicht geklärt.

Staatschefs Obama und Medwedew: Schnelle Einigung ist nicht in Sicht
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Staatschefs Obama und Medwedew: Schnelle Einigung ist nicht in Sicht


Washington - US-Präsident Barack Obama hatte noch im Dezember eine schnelle Einigung über ein neues Abkommen zur Begrenzung der strategischen Atomwaffen angekündigt. Der Abrüstungsvertrag rückt aber in weite Ferne. Denn Russland will ihn nur unterschreiben, wenn die USA auf ein in Rumänien geplantes Raketenschild verzichten.

Die Abwehrraketen seien klar gegen Russland gerichtet, sagte Moskaus Generalstabschefs Nikolai Makarow. Darum sei der Abrüstungsvertrag noch nicht unterzeichnet worden. "Das ist einfach nicht wahr", widersprach dagegen der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, dieser Darstellung. Bei den Verhandlungen zur nuklearen Abrüstung gehe es um andere Detailfragen.

Das US-Verteidigungsministerium beteuerte, dass die geplanten Abwehrraketen in Rumänien nur zur Abwehr von potentiellen Raketenangriffen aus Staaten wie dem Iran gedacht seien.

Im Dezember war das 1991 geschlossene Start-1-Abkommen zwischen Russland und den USA zur Verringerung strategischer offensiver Waffen abgelaufen. Mit dem geplanten Folgevertrag soll die Zahl der Atomsprengköpfe, Trägerraketen, U-Boote und Langstreckenbomber weiter verringert werden.

Allerdings hatten die Raketenabwehrpläne der USA in Mitteleuropa bereits frühere Abrüstungsgespräche ins Stocken gebracht. US-Präsident Obama hatte die von seinem Vorgänger George W. Bush forcierten Raketen-Pläne in Polen und Tschechien schließlich aufgegeben und damit auch den Weg für einen Start-I-Nachfolgevertrag freigemacht.

mmq/dpa/Reuters



insgesamt 2 Beiträge
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hessebub 10.02.2010
1. Abwehrraketen in Rumänien wegen Iran ?
für wie dumm halten die Amerikaner den rest von der Welt. Es macht doch überhaupt keinen Sinn ich habe das Gefühl dass der Obama letztlich die selbe vorgehensweise von Bush verfolgt .
family, 11.02.2010
2. Man muss es Russland verkaufen, nicht aufzwingen.
Will man Russland als militaerische Alianz gegen Iran gewinnen, kann man Russland nicht ueberzeugen, indem man ihnen einen Raketenschirm vor die Nase setzt und sagt: "Wir bauen dies um uns vor den Langstreckenraketen dess Irans zu schuetzen." Sowas muss sorgfaeltig mit Russland gemeinsam geplant werden. DANN KANN MAN DIESEN PLAN DEN RUSSEN AUCH VERKAUFEN. Von Obama als Retoriktalent koennte man erwarten, dass er vorerst abklaert, ob Russland es fuer moeglich haelt, dass der Iran, eine potentielle Gefahr darstellt die auch Russland einbinden koennte. Falls Russland dem zustimmt, erst dann, kann man ueber einen gemeinsamen Raketenschirm sprechen. Das was im Moment geschieht ist reine W.Bush-Politik und passt nicht die Generation, die mit Barack aufgewachsen sind.
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