Obamas Abrüstungsangebot Putin beharrt auf atomarer Abschreckung

Russland stellt Bedingungen für die Abrüstungsinitiative von US-Präsident Obama: Über den Abbau von Nuklearwaffen sollten alle Atommächte verhandeln, sagt ein hochrangiger Kreml-Berater. Präsident Putin selbst hält atomare Abschreckung weiterhin für notwendig.
Russlands Präsident Putin: Abschreckung muss gewahrt bleiben

Russlands Präsident Putin: Abschreckung muss gewahrt bleiben

Foto: LUKE MACGREGOR/ REUTERS

Moskau - Russland will den Vorstoß von US-Präsident Barack Obama zur atomaren Abrüstung beider Staaten auch auf andere Länder ausdehnen. "Der Prozess der Verringerung der nuklearen Arsenale sollte die anderen Staaten mit Atomwaffen einschließen", sagte der außenpolitische Berater des Kreml, Juri Uschakow, in Moskau. Diese Haltung hätten russische Diplomaten auch der Regierung in Washington vor Obamas Rede am Brandenburger Tor in Berlin übermittelt.

Russlands Präsident Wladimir Putin schränkte die Bereitschaft seines Landes zu Verhandlungen noch weiter ein: Das Gleichgewicht der strategischen Abschreckung in der Welt müsse gewahrt bleiben, sagte der Kreml-Chef russischen Nachrichtenagenturen.

Bei der Rede am Mittwochnachmittag hat Obama Russland eine beiderseitige Verringerung der strategischen Atomsprengköpfe angeboten. Ziel sei es, die Zahl der Nuklearwaffen weltweit um bis zu ein Drittel zu verringern. "Ich möchte mit Russland über eine Verringerung der Atomwaffen verhandeln, um die nuklearen Posen aus dem Kalten Krieg zu überwinden", sagte Obama.

Außerdem werde der US-Präsident ein Gipfeltreffen zur atomaren Sicherheit im kommenden Jahr im niederländischen Den Haag vorschlagen, sagte ein US-Regierungsvertreter in Berlin. Ein weiteres derartiges Treffen solle 2016 stattfinden, im letzten Jahr seiner zweiten Amtszeit.

Obama hatte bereits zu Beginn seiner ersten Amtszeit 2009 sein langfristiges Ziel einer "atomwaffenfreien Welt" bekräftigt. Später legte die US-Regierung eine neue Atomstrategie vor, in der die Regeln für den Einsatz von Atomwaffen verschärft wurden. Immer wieder forderte Obama verstärkte Anstrengungen für die atomare Sicherheit in der Welt.

Im April 2010 unterzeichneten Obama und der damalige russische Staatschef Dmitri Medwedew in Prag den neuen START-Vertrag. Das Abrüstungsabkommen sieht unter anderem eine Obergrenze von je 1550 einsatzbereiten Atomsprengköpfen auf beiden Seiten vor. Zudem erlaubt der neue START-Vertrag die Wiederaufnahme der gegenseitigen Inspektionen der Atomarsenale, die Ende 2009 unterbrochen wurden.

ade/AFP/dpa