Iran-Israel-Konflikt Obama weist Netanyahus Forderung zum Atomabkommen zurück

Muss Iran vor Abschluss des endgültigen Atomabkommens das Existenzrecht Israels anerkennen? Ja, sagt Benjamin Netanyahu. Nein, entgegnet Barack Obama, das sei eine "fundamentale Fehleinschätzung".
US-Präsident Barack Obama: "Fundamentale Fehleinschätzung" von Benjamin Netanyahu

US-Präsident Barack Obama: "Fundamentale Fehleinschätzung" von Benjamin Netanyahu

Foto: George Frey/ dpa

US-Präsident Barack Obama will ein endgültiges Atom-Abkommen mit Iran nicht davon abhängig machen, dass Teheran das Existenzrecht Israels anerkennt. Das hat Obama in einem Interview mit dem Radiosender NPR deutlich gemacht. Damit wies der US-Präsident eine Forderung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu zurück.

Netanyahu hatte am Freitag darauf bestanden, dass die finale Vereinbarung mit Teheran, die bis zum 30. Juni getroffen werden soll, "Irans klare und unmissverständliche Anerkennung des israelischen Existenzrechts" beinhalten müsse.

Obama bezeichnete diese Forderung nun als "fundamentale Fehleinschätzung." Die Vorstellung, man könne beides verknüpfen, sei gleichbedeutend mit der Aussage, man werde keine Vereinbarung unterzeichnen, bis sich die Natur des iranischen Regimes vollständig gewandelt habe, sagte Obama.

Obamas Berater schließt Militärschlag gegen Iran nicht aus

"Wir wollen doch genau deshalb, dass Iran keine Nuklearwaffen hat, weil wir uns nicht darauf verlassen können, dass sich das Regime wandelt", sagte der US-Präsident. "Wenn sich Iran plötzlich so wie Deutschland, Schweden oder Frankreich verhalten würde, würden wir ganz anders über seine nukleare Infrastruktur reden."

In einem Interview mit der "New York Times" hatte Obama am Montag bereits das Abkommen gegen Kritik von Netanyahu verteidigt. "Wir senden die klare Botschaft an die Iraner und die gesamte Region: Wenn sich jemand mit Israel anlegt wird Amerika da sein", kündigte der US-Präsident an.

Obamas stellvertretender Berater für nationale Sicherheit, Ben Rhodes, versuchte in einem Interview mit den beiden größten israelischen TV-Sendern die Sorgen vor einer nuklearen Aufrüstung Teherans zu zerstreuen: "Wenn Iran gegen das Abkommen verstößt, liegen alle Optionen auf dem Tisch", sagte Rhodes. "Dieser Präsident und auch der nächste Präsident wird alle Möglichkeiten haben - auch militärische."

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Der Atomkonflikt mit Iran im Überblick:

syd/dpa/AP
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