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10. September 2012, 07:58 Uhr

US-Wahlkampf

Obama meldet Spendenrekord

Es läuft wieder für Barack Obama. Im August sammelte er 114 Millionen Dollar an Spenden - erstmals wieder etwas mehr als sein Rivale Mitt Romney. Und dann wurde der Präsident auf seiner Wahlkampftour noch kameratauglich in die Luft gestemmt, ausgerechnet von einem Republikaner.

Washington - US-Präsident Barack Obama hat den republikanischen Herausforderer Mitt Romney beim Spendenaufkommen erstmals seit drei Monaten wieder ausgestochen. Der Amtsinhaber und die Demokraten verbuchten im August mit über 114 Millionen Dollar (89 Millionen Euro) deutlich mehr Wahlkampfspenden als in den Vormonaten, sagte Obamas Wahlkampfmanager Jim Messina am Montag.

Laut Messina gab es 317.000 zusätzliche Spender, die erstmals für den Wahlkampf des Demokraten gespendet hätten. Obamas Rivale Romney konnte nach Angaben seines Wahlkampfteams im vergangenen Monat 111 Millionen Dollar (86,6 Millionen Euro) einwerben. Dennoch verbuchte auch Romney im August sein bislang bestes Spendenergebnis. Im Monat der großen Parteitage steigen die Spenden in der Regel kräftig an.

Im Wahlkampf 2008 brach Obama einen Spendenrekord nach dem anderen. Doch in diesem Jahr überholte ihn der Republikaner Romney beim Geldeintreiben zunächst deutlich. Im Juli etwa nahm Obama 75 Millionen Dollar (rund 59 Millionen Euro) ein, während Romney 101 Millionen (79 Millionen Euro) verbuchen konnte. Nun scheint der Demokrat wieder die Oberhand zu gewinnen.

Profitieren dürfte Obama auch von Fotos und Bewegtbildern, die seit Sonntagabend kursieren. Auf seiner Wahltour durch den umkämpften Staat Florida verlor Obama kurzzeitig den Boden unter den Füßen.

Bei einem Besuch in einer Pizzeria in Fort Pierce umarmte der Besitzer Scott Van Duzer den Präsidenten und hob Obama für einige Sekunden in die Höhe. Der Präsident nahm es locker. "Der Kerl hat ein großes Herz und ordentliche Muskeln", sagte der Präsident über den 1,90 Meter großen Restaurantbetreiber.

Van Duzer ist als Anhänger der Republikaner registriert, sagte aber dann in die Kameras, Obama könne bei den Präsidentschaftswahlen im November mit seiner Stimme rechnen.

Der Restaurantbetreiber hat eine Stiftung für Blutspenden gegründet und war vom Weißen Haus für seine Arbeit gelobt worden. "Ich war einfach überwältigt, als ich ihn gesehen habe", erklärte Van Duzer seinen Gefühlsausbruch beim Besuch des Präsidenten.

fab/dapd/Reuters

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