Obama und Putin "Wir US-Politiker neigen dazu, manchmal zu lächeln"

Barack Obama und Wladimir Putin gelten als mächtigste Männer der Welt - und können einander nicht ausstehen, heißt es. Ein Missverständnis, erklärt jetzt der US-Präsident. Entstanden sei es, weil der Russe eben immer auf harter Kerl mache.

REUTERS

Washington - Nein, "eisig" sei das Verhältnis zwischen Wladimir Putin und Barack Obama nicht. Das sagte der US-Präsident über das Verhältnis zu seinem russischen Amtskollegen im Interview mit dem Sender NBC. "Tatsache ist, dass es viel Austausch gibt, wenn wir uns treffen, eine überraschende Menge an Humor, von Geben und Nehmen." Putin habe ihn immer mit höchstem Respekt behandelt. Das werde in Medienberichten häufig anders dargestellt, bemängelt der US-Präsident.

Obama beschreibt Putins Auftreten als das eines "harten Kerls", das sei eine Masche, die auf das heimische Publikum abziele. "Er hat einen öffentlichen Stil, sich während gemeinsamer Interviews gern zurückzulehnen und ein bisschen gelangweilt zu erscheinen", sagte der US-Präsident. Er glaube, dass dadurch "einige dieser Eindrücke" entstünden. US-Politiker hingegen hätten einen anderen Stil, beschreibt Obama: "Wir neigen dazu, manchmal zu lächeln."

NBC strahlte das Interview am Freitagabend zusammen mit einer Aufzeichnung der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi aus. Bei der Eröffnungsfeier war viel marschiert und getanzt worden, die erwartete bombastische Putin-Show wurde es jedoch nicht.

Ausgeschlagenes Hilfsangebot

Im Vorfeld der Olympischen Winterspiele hatte Obama Putin Unterstützung bei den Anti-Terror-Vorbereitungen angeboten. Bei den Beratungen sei es um den möglichen Einsatz von US-Elektronik zur Verhinderung von Sprengstoffanschlägen gegangen, hieß es Ende Januar unter Berufung auf namentlich nicht genannte Beamte des Verteidigungsministeriums in Washington. Eine Entscheidung sei aber noch nicht getroffen, hieß es.

Obwohl Obama die Olympischen Spiele in Sotschi für sicher erklärt hatte, hatte das Pentagon mitgeteilt, dass im Schwarzen Meer zwei US-Kriegsschiffe "für alle Eventualitäten" bereitstünden. Obwohl keine Anforderungen aus Russland vorlagen, bezogen der Raketenkreuzer USS "Ramage" (DDG-61) und das Kommandoschiff USS "Mount Whitney" (LCC-20) Anfang Februar vor der ukrainischen Küste außerhalb russischer Hoheitsgewässer Stellung.

vek/dpa

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Seite 1
Shock-and-Awe 08.02.2014
1. optional
Gut, dass die US-Navy trotz allem im östlichen Mittelmeer vertreten ist. Vielleicht wird der "Harte Kerl" ja noch auf das amerikanische Angebot zurückgreifen in den Kommenden Wochen.....
Atheist_Crusader 08.02.2014
2.
Zitat von Shock-and-AweGut, dass die US-Navy trotz allem im östlichen Mittelmeer vertreten ist. Vielleicht wird der "Harte Kerl" ja noch auf das amerikanische Angebot zurückgreifen in den Kommenden Wochen.....
Wer den Russen nicht zutraut, dass sie die Sicherheit alleine hinbekommen, der sollte vielleicht gar nicht erst teilnehmen. Wenn die Amerikaner etwas für die Sicherheit der Spiele tun wollen, dann sollen sie ihre Saudis an die kurze Leine nehmen.
Hundstag 08.02.2014
3. Es is wie es is
Zitat von sysopREUTERSBarack Obama und Wladimir Putin gelten als mächtigste Männer der Welt - und können einander nicht ausstehen, heißt es. Ein Missverständnis, erklärt jetzt der US-Präsident. Entstanden sei es, weil der Russe eben immer auf harter Kerl mache. http://www.spiegel.de/politik/ausland/obama-nennt-beziehung-zu-putin-nicht-eisig-a-952226.html
Obama hat einen natürlichen Charme, dem Putin nur den gelangweilten russischen Macho sozialistischer Bauart entgegensetzen kann. Ich habe ca. 1990 einmal in berlin bei einem jener offenen Botschaftswendeempfänge irgendeiner baltischen Republik ein paar Russen kennengelernt, die eher den elitären Hochschulstil vertreten haben. Das hatte mir besser gefallen. Das großartige Russland wird derzeit mit zu wenigen Gesichtern vertreten, Herr Putin, also machen Sie ruhig ein wenig an ihrer Seite Platz.
marcel2101 08.02.2014
4. Was soll das jetzt wieder für ein Artikel sein?
Und was soll er uns sagen? Der US-Präsident behandeln zwar die ganze Welt als Fußabtreter, aber gibt sich dabei immer noch charmanter als Putin und ist ihm daher im Umgang stets vorzuziehen? Ich persönlich bevorzuge eher den Umgang mit Menschen, die sich nicht hinter einer falschen Maske zu verstecken pflegen und mich auch noch angrinsen, während sie mir den Stinkefinger zeigen. Aber das ist freilich Geschmackssacke.
jujo 08.02.2014
5. ...
Zitat von sysopREUTERSBarack Obama und Wladimir Putin gelten als mächtigste Männer der Welt - und können einander nicht ausstehen, heißt es. Ein Missverständnis, erklärt jetzt der US-Präsident. Entstanden sei es, weil der Russe eben immer auf harter Kerl mache. http://www.spiegel.de/politik/ausland/obama-nennt-beziehung-zu-putin-nicht-eisig-a-952226.html
Putin ist ev. die mächtigste Einzelperson. Obama ist ev. der mächtigste Vertreter einer Gruppe und spielt die Musik die diese bestellt oder bestimmt haben!
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