Minutenprotokoll der Rede "Wir können es schaffen"

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2. Teil: Vizepräsident Biden greift Romney an


+++ Warten auf den Präsidenten +++

[4.18 Uhr] Jetzt muss Barack Obama beweisen, dass er die Amerikaner noch einmal überzeugen kann. Ein Film zeigt die Erfolge seiner Präsidentschaft: Wie er verkündet, dass der Qaida-Chef Osama Bin Laden getötet wurde. Obamas Ziel sei es, Jobs zu schaffen, sagt eine Stimme aus dem Off.

+++ Biden attackiert Romney +++

[4.11 Uhr] "Amerika ist nicht in einem Niedergang - ich habe eine Nachricht für Mitt Romney: Es hat keinen Sinn, gegen die Amerikaner zu wetten", ruft Biden den Delegierten am Ende seiner Rede zu. "Wir sind auf dem richtigen Weg." Der Vizepräsident hat den republikanischen Konkurrenten Romney zweimal in seiner Rede angegriffen. "Die beiden Männer, die dieses Land in den nächsten vier Jahren führen wollen, haben zwei grundsätzlich verschiedene Visionen, und eine vollkommen unterschiedliche Werteordnung", sagt der Vizepräsident. "Gouverneur Romney glaubt, dass es in der globalisierten Wirtschaft nicht viel ausmacht, wo amerikanische Firmen ihr Geld lassen und Jobs schaffen." Obama wisse dagegen, dass die Schaffung von Jobs das ist, "was die Präsidentschaft ausmacht".

+++ "Er hat ein Kreuz aus Stahl" +++

[3.55 Uhr] Dieser Mann habe nicht nur ein großes Herz, nein - er habe auch ein Kreuz aus Stahl, lobt Biden seinen Präsidenten. Er erwähnt die milliardenschweren Finanzhilfen für die US-Autokonzerne General Motors und Chrysler im Jahr 2009 und die von Obama angeordnete Tötung des Qaida-Chefs in seinem Versteck in Pakistan im Mai 2011. Und dann sagt Biden den Satz, mit dem er die bisherige Amtszeit von Obama zusammengefasst hat und den er nun bei jeder Gelegenheit anbringt: "Osama Bin Laden ist tot - und General Motors lebt." Applaus brandet auf. "Wir wissen, dass noch mehr Arbeit zu tun ist", sagt Biden - und nennt Obama einen Mann, der den Mut hat, harte Entscheidungen zu treffen.

+++ Automobilindustrie gerettet +++

[3.48 Uhr] "Haltung, Entschlossenheit, Barack Obama - damit haben wir unsere Automobilindustrie vor dem Untergang bewahrt", ruft Biden den jubelnden Demokraten zu.

+++ "Wir werden diese Mission erfüllen" +++

[3.38 Uhr] Biden wird kämpferisch: Amerika sei auf einer Mission, die Nation müsse angesichts der Wirtschaftskrise vorwärts gebracht werden. "Ich garantiere, dass wir diese Mission erfüllen werden", ruft er den Delegierten zu. Biden lobt das "enorme Herz" des Präsidenten: "In seinem Herzen sitzt die Tapferkeit." Michelle Obama, die in einem brombeerfarbenen Kleid in der ersten Reihe sitzt, nickt zustimmend, sie hat Tränen in den Augen. Barack Obama komme niemals ins Wanken, sagt Biden: Der Präsident frage sich immer, was seine Entscheidungen für die Familien der Mittelschicht, die "Durchschnittsamerikaner, bedeuten. Lauter Beifall.

+++ Biden macht seiner Frau eine Liebeserklärung +++

[3.29 Uhr] Vizepräsident Joe Biden tritt unter Jubel auf die Bühne. Vorher hat seine Frau Jill überschwänglich seinen Sinn für Optimismus und für Gerechtigkeit gelobt. In einem Film wurden zuvor Fotos von ihm als Kind, später mit Präsident Obama gezeigt - immer wieder umarmen sich die beiden. Biden versichert seiner Frau seine Liebe: Jill sei die Liebe seines Lebens, ruft er. Seine Frau schaut gerührt in die Kameras.

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RealityCheck 07.09.2012
1.
Sowohl für die Obama-Heldenverehrung wie für das Romney-Bashing in Deutschland gibt es so wenig Basis in den Gegebenheiten, dass es schon geradezu grotesk ist. Damit wird den deutschen Medien ein Armutszeugnis ausgestellt.
el_zarco 07.09.2012
2. Lausig
Der vermutlich lausigste Präsident der Nachkriegszeit, der nur im Vergleich mit seinem nach lausigeren Gegenkandidaten ein wenig an Glanz gewinnen kann. Der Friedensnobelpreisträger hat den Dronenkrieg ausgeweitet und lässt Gegner des Imperiums ohne jedes Gerichtsurteil ermorden. Es wird Zeit, dieses Land von dem Sockel zu holen, auf dem es die Deutschen noch immer haben.
koelnrio 07.09.2012
3. eine kraftvolle, visionäre, mitnehmende Rede
Präsident Obama hat sehr deutlich gemacht, wo er die USA angesiedelt sieht. Eine Gesellschaft aus Menschen, die sich gegenseitig helfen, die diejenigen, die besonders hilfsbedürftig sind, nicht zurücklassen. Eine Gesellschaft, die sich auf den Weg macht, unseren Planeten nicht weiter auszubeuten. "Der Klimawandel ist kein Scherz", wie er sagte. Seine Rede war gegen das mächtige Bankensystem, gegen das schnelle Geld, das an der Wallstreet gemacht wird. Er hat sehr deutlich gemacht, dass die Menschen in den USA eine Wahl haben. Und die Wähler sind es, die entscheiden, in welche Richtung die Vereinigten Staaten in den kommenden Jahren gehen werden. Und das ihre Wahl nicht für die kommenden 4 Jahre sind, sondern eine Richtungsentscheidung, die das Land auf Jahrzehnte hinaus bestimmen wird. Er hat sein "Yes, we can" von vor vier Jahren noch deutlicher gemacht: Jeder in den USA muss seinen Teil dazu tun. Er hat um die Hilfe der Amerikaner gebeten, seine Vision eines gemeinschaftlichen Amerikas zu verwirklichen. Man kann nur hoffen, dass ist bei der Mehrheit der Amerikaner angekommen.
teredonavalis 07.09.2012
4. Amerika braucht einen Macher, keinen Schwätzer
Zitat von sysopAPTränen, Jubel, Begeisterung: Hollywood-Stars und prominente US-Politiker stimmen die Delegierten der Demokraten in North Carolina auf den Höhepunkt des Parteitags ein. Mit großer Spannung wird die Rede des US-Präsidenten erwartet. Kann Barack Obama die Amerikaner überzeugen? Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,854282,00.html
Ich weiß schon lange, dass Obama gut reden kann. Die bisherhige Erfahrung mit ihm hat jedoch gezeigt, dass diese Eigenschaft nicht ausreicht, um Amerika zum Erfolg zu führen.
b.oreilly 07.09.2012
5. mäßig, mäßig!:-(
Ich meine, dass er schon bessere Reden in seinem Leben gehalten hat. Aus meiner Sicht konnte er allerdings nicht überzeugend darlegen, warum man ihn ein zweites mal oder überhaupt wählen sollte. Genau genommen hat er wider mehr versprochen, als er halten wird, sofern er Präsident bleibt. Von Hope und Change haben wir vor 4 Jahren schon einmal gehört. Ich glaube nicht, dass das amerikanische Wahlvolk noch einmal auf ihn rein fallen wird!
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