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25. Juni 2013, 16:45 Uhr

US-Pläne gegen Klimawandel

Obama will Treibhausgase radikal verringern

In seiner Berliner Rede mahnte Barack Obama "kühne Taten" im Kampf gegen den Klimawandel an - auch von den USA. Nun will der US-Präsident seinen Plan vorstellen, um den Ausstoß von Treibhausgasen deutlich zu reduzieren.

Washington - US-Präsident Barack Obama will am Dienstag (20 Uhr deutscher Zeit) einen umfassenden Plan zur Bekämpfung des Klimawandels vorlegen. Zentraler Punkt soll nach Angaben eines Regierungsbeamten die Reduzierung der Luftverpestung durch bestehende und künftige Kohlekraftwerke sein, die etwa den Klimakiller Kohlendioxid (CO2) ausstoßen.

Die "New York Times" sprach vom bisher radikalsten Programm eines US-Präsidenten, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts beim Umweltschutz zu bewältigen. Keine der vom Präsidenten angestrebten Maßnahmen erfordere die Zustimmung des Kongresses. Dieser hatte bisher jedes wichtige Vorhaben gegen den Klimawandel blockiert.

Im einzelnen will der Präsident zum ersten Mal die CO2-Emissionen bestehender Kraftwerke begrenzen, wie der Regierungsbeamte erläuterte. Er werde die Umweltbehörde EPA anweisen, in Zusammenarbeit mit den Bundesstaaten und der Industrie bis Juni 2014 Standards für den Ausstoß von CO2 und anderen Treibhausgasen auszuarbeiten.

Drei Milliarden Tonnen weniger Kohlendioxid-Ausstoß

Obama wolle außerdem neue Standards für den Benzinverbrauch schwerer Lastwagen und neue Zielwerte für den Energieverbrauch von Geräten und Gebäuden. Das Paket solle zusammen mit bestehenden Maßnahmen die Kohlendioxid-Verschmutzung bis 2030 um drei Milliarden Tonnen reduzieren. Das entspricht laut "New York Times" der Hälfte der bisherigen Jahresemissionen.

Obama wolle außerdem Projekte für erneuerbare Energien wie Windräder oder Solar-Paneelen auf regierungseigenem Land erlauben. Acht Milliarden Dollar (6,1 Milliarden Euro) an Kreditgarantien sollen der Förderung innovativer Projekte etwa zur Drosselung des Energieverbrauchs dienen.

Geplant seien ferner Maßnahmen, um die Auswirkungen des Treibhauseffekts zu mildern. Dazu gehörten etwa Hilfen für Farmer, damit sie besser mit Bedrohungen durch Dürre und Buschbränden fertig werden.

Der Präsident will den Angaben zufolge auch das Ausland in die Pflicht nehmen. Demnach wollte er bei seiner Rede am Abend zu mehr internationalen Anstrengungen gegen den Klimawandel aufrufen.

Obama hatte sich bei seinem Auftritt in Berlin in der vergangenen Woche deutlicher als zuletzt zu verstärkten Anstrengungen für den Klimaschutz bekannt. Dabei würdigte er die Bemühungen Deutschlands und Europas und mahnte auch die USA zu "kühnen Taten" an. Den Klimawandel bezeichnete Obama in seiner Rede vor dem Brandenburger Tor als "die globale Bedrohung unserer Zeit".

phw/dpa

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