Münchner Sicherheitskonferenz Obama und Putin telefonierten wegen Syrien

Auf der Sicherheitskonferenz in München waren sie nicht dabei, aber die Ergebnisse haben US-Präsident Obama und sein russischer Amtskollege Putin jetzt am Telefon besprochen - und engere Kooperation versprochen.
Obama und Putin bei G20-Gipfel in Antalya

Obama und Putin bei G20-Gipfel in Antalya

Foto: JONATHAN ERNST/ REUTERS

In einer Woche soll es eine Feuerpause in Syrien geben - darauf hatten sich russische und US-Vertreter am Freitag in München verständigt. Zuletzt wurde die Umsetzung des Abkommens aber immer fraglicher.

Jetzt haben auch US-Präsident Barack Obama und Russlands Präsident Wladimir Putin über die Vereinbarung gesprochen - am Telefon. Nach Angaben aus Moskau haben beide für weitere Verhandlungen über die baldige Waffenruhe in Syrien plädiert. Die Staatsoberhäupter lobten ausdrücklich die am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz erzielten Ergebnisse, teilte der Kreml mit.

Putin habe erneut für eine internationale Anti-Terror-Koalition in Syrien geworben, hieß es. Enge Kontakte zwischen den Verteidigungsministerien Russlands und den USA seien weiterhin nötig - etwa auch für humanitäre Hilfe in dem Bürgerkriegsland. Dazu würden die Behörden beider Länder künftig noch intensiver zusammenarbeiten.

Bereits am Samstag haben sich US-Außenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow auf der Münchner Sicherheitskonferenz zu einem vertraulichen bilateralen Gespräch getroffen. Das berichtet SPIEGEL-Reporterin Susanne Koelbl aus München.

Nach der gestrigen Rede von Russlands Premier Dmitrij Medwedew waren die Hoffnungen auf Fortschritte zur Beendigung des Krieges in Syrien und zu der vereinbarten baldigen Feuerpause weiter geschwunden. Hinzu kommt, dass die Abmachung von keiner der Bürgerkriegsparteien in Syrien unterschrieben wurde.

Kurz nach der Münchner Syrien-Konferenz wurde Lawrow gefragt, wie hoch er auf einer Skala von 1 bis 100 die Chance einschätze, dass es wirklich zu einer Feuerpause komme. Nach einer sehr ausführlichen Antwort sagte er: "49."

Russland stützt das Regime von Syriens Machthaber Baschar al-Assad mit Luftangriffen. Der Westen wirft Moskau vor, auch Zivilisten und die Opposition zu treffen.

anr/Reuters/dpa