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Provokation aus Nordkorea Obama verdammt Kims Atomtest

Die US-Regierung reagiert empört auf den erneuten Atomtest in Nordkorea. Präsident Obama spricht von einer "schweren Provokation" und kündigt eine rasche Reaktion an. Am Nachmittag berät der Uno-Sicherheitsrat über die nächsten Schritte.

Pjöngjang - Weltweit herrschen Entsetzen und Empörung über den unterirdischen Atomtest des nordkoreanischen Regimes. Nun hat sich auch die US-Regierung zu der Aktion des Regimes in Pjöngjang geäußert. Präsident Barack Obama nannte den Test einen "höchst provokativen Akt", der die "Stabilität in der Region gefährdet".

Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA hatte zuvor einen erfolgreichen unterirdischen Atomtest gemeldet - zum "Schutz unserer nationalen Sicherheit und Souveränität", so die Mitteilung.

Obama wertete den Schritt der Nordkoreaner als Bedrohung für die USA und die gesamte Welt. Daher seien nun "rasche und glaubhafte Schritte" der internationalen Gemeinschaft nötig. Sein Land werde auch weiter die nötigen Schritte einleiten, um sich selbst und seine Verbündeten zu schützen. Es seien aber strenge Reaktionen nötig, so der Präsident.

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Nordkoreas Atomtest: Zündung in der Tiefe

Foto: KIM JAE-HWAN/ AFP

Die Uno berief eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates ein. Das Gremium wird um 15 Uhr deutscher Zeit zusammenkommen und über eine Reaktion auf die Provokation aus Pjöngjang beraten.

Nordkoreas Regime feiert die umstrittene Aktion unterdessen als vollen Erfolg. Die Explosion sei "sicher gewesen und perfekt verlaufen", hieß es. Wie KCNA weiter meldet, habe es sich um "einen miniaturisierten Sprengsatz mit großer Stärke" gehandelt. Dieser sei zudem deutlich leichter gewesen als bei den beiden Tests der Vergangenheit.

Die Erdbebenwarten mehrerer Länder hatten gegen etwa 12 Uhr Ortszeit (4 Uhr MEZ) ein "künstliches Erdbeben" in der Region registriert, in der das nordkoreanische Testgelände Punggye Ri liegt. Laut US-Geologen erreichten die Erschütterungen eine Stärke von 4,9. Das Epizentrum habe nur einen Kilometer unter der Erdoberfläche gelegen.

Südkoreanische Beobachter gehen davon aus, dass der Test eine Sprengkraft von sechs bis sieben Kilotonnen TNT gehabt haben könnte, sagte der Ministeriumssprecher in Seoul. Erste Schätzungen hatten bei zehn Kilotonnen gelegen. Zum Vergleich: Die Bombe, die 1945 über Hiroshima niedergegangen war, hatte ein Sprengkraft vorn 13 bis 16 Kilotonnen.

Die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, die Regierung in Pjöngjang habe China und die USA bereits am Montag über ihre Pläne für eine Zündung unterrichtet. In den vergangenen Tagen waren Personal und Ausrüstung aus der Umgebung des Testgebietes abgezogen worden - ein frühes Indiz für die bevorstehende Detonation. Es war der dritte Atomtest in der Geschichte des Landes nach 2006 (eine Kilotonne) und 2009 (zwei Kilotonnen), aber der erste unter dem neuen Diktator Kim Jong Un.

Test von Radioaktivität in der Luft

Japans Verteidigungsministerium gab bekannt, mit Hilfe von Flugzeugen Luftproben nehmen zu wollen, um die durch den Atomwaffentest freigesetzte Radioaktivität zu messen. Premier Shinzo Abe kündigte rasche Beratungen über mögliche Sanktionen an.

Dem isolierten Staat ist es per Uno-Resolutionen verboten, Atom- und Raketentechnik zu entwickeln. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte den Test "einen schweren Verstoß gegen die geltenden Beschlüsse des Rates".

Russland verurteilte die Aktion am Dienstag ebenfalls scharf. Diese sei eine Verletzung der internationalen Verpflichtungen des Landes, zitierte die Agentur Interfax aus Kreisen des Außenministeriums. Ähnlich äußerte sich die britische Regierung.

Der Westen fürchtet seit langem eine atomare Bewaffnung durch das Regime in Pjöngjang. Unter Führer Kim Jong Un hatte das Land zuletzt auch sein Programm für Langstreckenraketen vorangetrieben. Laut "Washington Post" könnten diese Raketen zusammen mit den nun getesteten, leichteren Sprengsätzen eine neue Stufe der Bedrohung darstellen.

jok/Reuters/AP/dpa