Seuchenangst in USA Obama warnt vor Ebola-Hysterie

In US-Medien ist Ebola das bestimmende Thema, vielfach werden Ängste geschürt. Präsident Obama versucht jetzt in seiner wöchentlichen Videoansprache gegenzusteuern.


Washington - US-Präsident Barack Obama hat die Amerikaner ermahnt, angesichts der jüngsten Ebola-Fälle in ihrem Land nicht in Angst oder Hysterie zu verfallen. "Wir müssen uns von der Wissenschaft leiten lassen", sagte Obama in seiner wöchentlichen Videoansprache am Samstag.

In den USA handle es sich auch nicht um einen "Ausbruch" oder eine "Epidemie", sondern lediglich um drei bekannte Fälle bei mehr als 300 Millionen Einwohnern. "Wir müssen das in der richtigen Perspektive sehen." Jedes Jahr würden Tausende Amerikaner an der Grippe sterben. Es werde jedoch einige Zeit beanspruchen, die Verbreitung der Krankheit zu stoppen. "Bis es vorbei ist, könnte es weitere Einzelfälle hier in Amerika geben", so der Präsident.

Zu den Diskussionen über ein mögliches Flugverbot für Reisende aus den betroffenen Ländern sagte Obama, die USA könnten sich nicht einfach von Westafrika abschneiden. "Der Versuch, eine gesamte Region von der Welt abzuschotten - wenn das überhaupt möglich wäre - könnte die Lage tatsächlich verschlimmern." Bereits am Donnerstag hatte sich der Präsident gegen eine Abschottung ausgesprochen.

Die USA würden die globalen Bemühungen im Kampf gegen das Virus in Liberia, Sierra Leone und Guinea weiter anführen, um die Krankheit an ihrer Quelle zu stoppen. Neben aktiven Armeeangehörigen will Obama nun auch Reservisten und Mitglieder der Nationalgarde in das Krisengebiet Westafrikas schicken.

Bislang sind fast 4500 Menschen an Ebola gestorben. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Ausbreitung der Seuche noch Monate anhalten.

ore/dpa



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klarobello 18.10.2014
1. Niesen, feuchte Aussprache
Dass man sich nur mit Ebola infizieren kann wenn man den Kranken berührt, halte ich für Unsinn. Wenn der Kranke eine "feuchte Aussprache" hat oder niest, kann er sehr wohl andere infizieren.
tailspin 18.10.2014
2. Dazu passt das
Obama hat Ron Klain zum Ebola Zar berufen. Dabei geht es selbstverstaendlich nicht um den Schutz der Bevoelkerung sondern um das Verschleiern von Fehlentscheidungen vom Chef und seinem Teams. Ron Klain hat keinerlei medizinischen Hintergrund, er ist vielmehr als Lobbyist, Parteigaenger und jemand der Fannie Mae und Freddie Mac (ehemalige Marktfuehrer in Hausfinanzierung) erst hochgejubelt und dann 2004 durch Kongressbeeinflussung mit nachfolgendem Steuerzahlereinsatz vor dem Untergang gerettet hat. http://www.zerohedge.com/news/2014-10-17/obama-appoints-lobbyistpr-flack-ebola-czar
nikolaus05 18.10.2014
3. Gutmensch Obama
Der Unfähigste Präsident, den die USA jemals hatten. Einzig die deutschen Medien feiern auf Knopfdruck diese Dampfnudel.
my_2_cents 18.10.2014
4. Oh-Mama, Mr. Obama!
Danke für die beschwichtigenden Worte, Mr. President. Ich stimme Ihnen zu, wir müssen die Ebola-Pandemie in der richtigen Perspektive sehen. Also schaun wir mal: Es dürfte unbestritten sein, dass sich der Virus exponentiell ausbreitet. Nach den derzeitigen (vorsichtigen!) Schätzungen von Experten verdoppelt sich die Zahl der Infizierten alle 25 Tage. Die WHO geht ferner von 21.000 Infizierten bis Ende November aus, die Dunkelziffer dürfte allerdings weit höher liegen. Und nach Einschätzung der WHO wird die Ausbreitung dieser Seuche noch "Monate" anhalten. Wie viele Monate, das steht nicht im Artikel, kann auch keiner so genau wissen. Aber rechnen wir das Ganze mal durch: 30.11.2014: 21.000 Infizierte (laut Prognose der WHO) 100 Tage später: 336.000 Infizierte 200 Tage später: 5.376.000 Infizierte 300 Tage später: 86.016.000 Infizierte 400 Tage später: 1.376.256.000 Infizierte Nach etwa 575 Tagen ist die gesamte Menschheit ist durchseucht. Davon überleben vielleicht 30%. Das Ökosystem ist wieder im Lot;)
Beat Adler 18.10.2014
5. Impfstoffe und geographische Verbreitung
Impfstoffe und geographische Verbreitung Die Forscher und Spezialisten, welche Impfstoffe testen, wissen was sie tun. siehe hier: Ob Ebola auf andere Kontinente uebergreift, haengt damit zusammen, ob es gelingt die Impfkampagne rechtzeitig zu starten. http://www.nzz.ch/panorama/ungluecksfaelle-und-verbrechen/zwei-impfstoffe-sollen-in-der-schweiz-geprueft-werden-1.18386476 Die ersten Impfstoffe sind im Test. Sobald sie zur Verabreichung freigegeben sind und in grossen Mengen produziert werden, kann die Massenimpfkampagne beginnen. Das sollte Anfang 2015 so weit sein. Es gibt keine geographische Ausbreitung des Ebolavirus bis heute ausserhalb der 3 betroffenen Laender. Wenn Laender wie Senegal und Nigeria anfaengliche Ausbrueche unter Kontrolle bringen koennen, dann koennen dies alle anderen Laender auch. Was ist daran falsch? Die Personen im Gesundheitsdienst, welche sich in Spanien und den USA angesteckt haben, zur Zeit isoliert sind, haben offenbar ihre Ansteckung NICHT weitergegeben. Es gibt bisher kein einziges Anzeichen dafuer. Es ist gar nicht so einfach den Ebolavirus weiterzugeben, wenn die Isolierung rechtzeitig erfolgt! Wenn die Pessimisten Recht haetten, dann muessten eigentlich in der Elfenbeinkueste, in Mali, in Guinea Bissau und im Senegal Menschen wie Fliegen sterben. Alles afrikanische Laender mit rudimentaerem Gesundheitswesen. Ebola ist schlimm, sehr schlimm sogar, aber nur dort wo ein Ausbruch in urbanen Zonen ausser Kontrolle geraet. mfG Beat
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