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18. Dezember 2008, 20:14 Uhr

Obamas Wahlversprechen

Pentagon bereitet Guantanamo-Schließung vor

Guantanamo vor dem Ende: US-Verteidigungsminister Robert Gates hat sein Ministerium beauftragt, Pläne für die Schließung des umstrittenen Gefangenenlagers auf Kuba auszuarbeiten.

Washington - Die Tage von Guantanamo sind gezählt. Nach Barack Obamas Wahlversprechen, das umstrittene Gefangenenlager zu schließen, macht sich das US-Verteidigungsministerium an die Arbeit. Pentagonchef Robert Gates hat sein Ressort beauftragt, Pläne für die Schließung des Camps auf Kuba auszuarbeiten. Das teilte sein Sprecher Geoff Morrell am Donnerstag in Washington mit.

Der Pentagon-Sprecher stellte bei der Ankündigung ausdrücklich einen Bezug zur Ankündigung des künftigen Präsidenten Barack Obama her, der im Wahlkampf die baldige Schließung Guantanamos in Aussicht gestellt hatte. "Sein Team arbeitet daran, so dass er darauf vorbereitet ist, dem gewählten Präsidenten beizustehen, falls dieses sich sehr schnell darum kümmern will", sagte Morrell. Die Planungen sollten aufzeigen, was zur Schließung Guantanamos benötigt werde. Zugleich müsse sichergestellt werde, dass "das amerikanische Volk vor bestimmten sehr gefährlichen Individuen geschützt" werde, die dort festgehalten werden. Gates soll auch unter Obama Verteidigungsminister bleiben.

Was mit den Gefangenen geschehen soll, ist noch unklar. Die Aufgabe gehört zu den schwierigsten für den nächsten US-Präsidenten. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA waren in Guantanamo rund 800 Gefangene aus unterschiedlichen Ländern interniert worden. Zurzeit soll es noch etwa 250 Gefangene in Guantanamo geben.

Das Gefangenenlager wird seit Jahren weltweit kritisiert. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen und ehemaligen Häftlingen wurden dort massiv die Menschenrechte verletzt. Zahlreichen Gefangenen wurde auch nach Jahren noch kein Prozess gemacht. Ein früherer Insasse hat die Häftlingsanstalt als "schlimmsten Ort auf Erden" beschrieben.

als/AFP

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