Rettungsschiff "Ocean Viking" Italien lässt 182 Flüchtlinge an Land

"Wir sind erleichtert": Nach Angaben von zwei Hilfsorganisationen öffnet Italien den Hafen im sizilianischen Messina für knapp 200 Menschen von Bord des Rettungsschiffs "Ocean Viking".

Die "Ocean Viking" vor Lampedusa
Alessandro SERRANO/ AFP

Die "Ocean Viking" vor Lampedusa


Italien lässt nach Angaben der Hilfsorganisation SOS Méditerranée 182 gerettete Migranten vom Rettungsschiff "Ocean Viking" an Land. Die italienischen Behörden hätten den Überlebenden an Bord die sizilianische Hafenstadt Messina als sicheren Ort zugewiesen, teilte SOS Méditerranée am späten Sonntagabend auf Twitter mit. Ein Vertreter des Innenministeriums in Rom bestätigte die Öffnung des Hafens gegenüber der Zeitung "La Stampa".

"Wir sind erleichtert, dass Italien zum zweiten Mal innerhalb einer Woche einen Hafen für Menschen öffnet, die im Mittelmeer gerettet wurden", hieß es von der Organisation. Das Schiff wird von SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen betrieben. Die 182 Menschen an Bord der "Ocean Viking" waren nach Angaben der Hilfsorganisationen am Mittwoch vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet worden.

Bereits am Dienstag hatte Italien 82 Flüchtlinge an Bord der "Ocean Viking" in Lampedusa an Land gehen lassen. Ex-Innenminister Matteo Salvini hatte scharfe Kritik an der Entscheidung geübt. Während seiner 15-monatigen Amtszeit hatte das Innenministerium italienische Häfen immer wieder für humanitäre Schiffe gesperrt.

Asselborn ruft zu neuer EU-Seenotrettungsmission auf

Am Montag wollen die Innenminister aus Deutschland, Frankreich, Italien und Malta sowie Vertreter der EU-Ratspräsidentschaft Finnland und der EU-Kommission auf Malta über einen Verteilmechanismus von Migranten beraten, die auf dem Mittelmeer gerettet wurden. Damit sollen die teils wochenlangen Blockaden von zivilen Rettungsschiffen ein Ende haben.

Am Sonntag sprach sich nun der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn für eine neue EU-Seenotrettungsmission aus. Es sei ein "Gebot der Humanität", dass sich die EU an der Rettung von in Seenot geratenen Flüchtlingen beteilige, sagte Asselborn der "Welt am Sonntag." Er forderte zudem alle EU-Länder dazu auf, sich an der Aufnahme von aus Seenot geretteten Migranten zu beteiligen.

"Auf die Dauer kann sich die Verteilung von in Seenot geretteten Migranten nicht auf fünf oder sechs EU-Länder beschränken", sagte Asselborn. Es brauche mindestens zwölf Staaten, "die ihrer Verantwortung nachkommen und gerettete Migranten aus dem zentralen Mittelmeer aufnehmen".

aar/dpa/AFP

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