Private Seenotretter "Ocean Viking" nimmt erstmals Menschen im Mittelmeer auf

Die Helfer von SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen haben ihren ersten Rettungseinsatz mit neuem Schiff absolviert. Sie nahmen 85 Menschen in Seenot auf.

Helfer holen ein Kind an Bord der "Ocean Viking"
Anne CHAON/ AFP

Helfer holen ein Kind an Bord der "Ocean Viking"


Die "Ocean Viking", das neue Schiff der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen, hat seinen ersten Rettungseinsatz absolviert. Es nahm erstmals Bootsflüchtlinge im Mittelmeer auf.

Die Schiffbrüchigen waren aus einem Schlauchboot vor der libyschen Küste gerettet worden, das ein Flugzeug der EU entdeckt hatte. Das Boot habe 85 Menschen an Bord gehabt, darunter vier Kinder, teilten die Organisationen mit. Die "Ocean Viking" werde sich vorerst in dem Gebiet bereithalten, um weitere Menschen aus Seenot zu retten.

"Die Rettung heute zeigt, dass dringend Rettungsschiffe im Mittelmeer benötigt werden. Diese humanitäre Krise kann nicht alleine von privaten Hilfsorganisation bewältigt werden. Seenotrettung ist eine staatliche Aufgabe", sagt Florian Westphal, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland.

Das Schiff, das unter norwegischer Flagge fährt, war am Sonntagabend von Marseille aus zu seinem ersten Einsatz in See gestochen. Bis vergangenes Jahr waren die NGOs mit der "Aquarius" unterwegs.

Unklar ist, wohin die Geretteten gebracht werden. Italiens Innenminister Matteo Salvini, ein harter Gegner der Aufnahme von Bootsmigranten, erklärte sogleich, dass die "Ocean Viking" keine italienischen Häfen anlaufen dürfe. Er sprach von 80 Migranten an Bord und twitterte den Hashtag #portichiusi (Die Häfen zu).

Sein Ministerium habe außerdem der spanischen Regierung geschrieben, sie solle die Migranten an Bord der "Open Arms" aufnehmen, teilte Salvini mit. Dieses Schiff der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms harrt seit gut einer Woche mit 121 Migranten an Bord im Mittelmeer aus.

cht/dpa



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