Ölhandel mit Nordkorea Südkorea beschlagnahmt Schiff aus Hongkong

Ein in Hongkong registriertes Schiff soll Öl an Nordkorea geliefert haben - und wurde deshalb von der südkoreanischen Regierung beschlagnahmt. Ein typischer Fall, wie Pjöngjang Uno-Sanktionen umgeht?
Die "Lighthouse Winmore"

Die "Lighthouse Winmore"

Foto: AP/ Yonhap

600 Tonnen Mineralölprodukte wurden angeblich von der "Lighthouse Winmore" auf nordkoreanische Schiffe geschmuggelt. Nun hat die südkoreanische Regierung das Schiff, das in Hongkong registriert ist, vorübergehend festgesetzt. Das berichten südkoreanische Medien. Eine Uno-Resolution verbietet den Handel mit Nordkorea von Schiff zu Schiff.

Erst kurz vorher hatte US-Präsident Donald Trump der chinesischen Regierung vorgeworfen, trotz Sanktionen weiterhin Öl an Nordkorea zu liefern. Sie sei auf "frischer Tat ertappt" worden, twitterte er. Die Regierung in Peking wies die Vorwürfe umgehend zurück. In chinesischen Schiffen sei kein Öl für das Nachbarland transportiert worden, erklärte das Außenministerium. Wenn es Verstöße gebe, werde China diese im Einklang mit dem Gesetz ahnden. Hongkong ist eine Sonderverwaltungszone.

Die "Lighthouse Winmore" sei beschlagnahmt und inspiziert worden, als sie am 24. November erneut den Hafen von Yeosu in Südkorea angefahren habe, hieß es in den Berichten. Am 11. Oktober sei es in Yeosu gewesen, um japanische Ölerzeugnisse aufzunehmen. Als Ziel des Schiffs sei Taiwan angegeben worden. Stattdessen seien die Ölprodukte jedoch in internationalen Gewässern auf das nordkoreanische Schiff "Sam Jong 2" sowie drei weitere Schiffe umgeladen worden.

Geheimdienstinformationen mit den USA geteilt

Ein Sprecher des Außenministeriums in Seoul bestätigte die Angaben. "Das ist ein typischer Fall, wie Nordkorea geschickt die Sanktionen des Uno-Sicherheitsrats umgeht, indem es seine illegalen Netzwerke nutzt", sagte er. Derartige Aktionen würden künftig dem Uno-Sicherheitsrat gemeldet. Südkorea habe Geheimdienstinformationen über das illegale Geschäft bereits mit den USA geteilt.

Die "Sam Jong 2" gehört zu den vier nordkoreanischen Schiffen, denen am Donnerstag im Rahmen der Uno-Sanktionen international die Einfahrt in Häfen verboten wurde - weil es Güter transportiert haben soll, die unter die Sanktionen fallen, wie Diplomaten der Nachrichtenagentur AFP sagten.

Der Uno-Sicherheitsrat hatte am 22. Dezember die Sanktionen gegen Nordkorea nochmals verschärft. Die USA hatten sich bei der Ausarbeitung des Sanktionsentwurfs mit China abgestimmt, dem engsten Verbündeten und wichtigsten Öllieferanten Nordkoreas. Beschlossen wurde nun ein Lieferverbot für fast 75 Prozent der raffinierten Ölprodukte nach Nordkorea sowie eine Deckelung der Rohöllieferungen. Ursprünglich hatte die US-Regierung sogar 90 Prozent vorgesehen.

vks/dpa/AFP
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