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Streit um Ölbohrinsel: China auf Konfrontationskurs

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Streit um Bohrinsel Chinesen rammen vietnamesische Küstenwachboote

Der Streit um die Vorherrschaft im Chinesischen Meer verschärft sich: Chinesische Schlepper haben Küstenwachboote aus Vietnam gerammt, als sich diese einer umstrittenen neuen Ölplattform näherten. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Hanoi - Im Streit um die Vorherrschaft im Südchinesischen Meer ist es zu einer erneuten Auseinandersetzung gekommen: Chinesische Schiffe griffen am Mittwoch vietnamesische Boote an, als diese die Verankerung einer Bohrinsel verhindern wollten. Die chinesische Hochseeschlepper rammten die fremden Boote und schossen mit Wasserkanonen auf sie. Dabei wurden mindestens sechs Vietnamesen verletzt, zahlreiche Boote beschädigt.

China hatte die Bohrinsel am 1. Mai in das Südchinesische Meer geschleppt. Vietnam hatte daraufhin nach Angaben der dortigen Küstenwache sofort Einheiten zum Schutz der Fischerei entsandt. Nach Angaben eines Offiziellen, der anonym bleiben möchte, wollten die vietnamesischen Schiffe verhindern, dass die Ölplattform an die vorgesehenen Position gebracht wird.

Als sich die Vietnamesen der Bohrinsel weiter näherten, wurden sie angegriffen. "Unsere Polizei- und Fischereischutzkräfte haben extreme Zurückhaltung geübt, wir werden das auch weiterhin so machen", sagte der stellvertretende Kommandeur der vietnamesischen Küstenwache, Ngo Ngoc Thu, auf einer Pressekonferenz in Hanoi. "Aber wenn (die chinesischen Schiffe) uns weiter rammen, werden wir uns auf ähnliche Weise verteidigen."

Auf der Pressekonferenz wurde auch ein Video gezeigt. Darauf ist zu sehen, wie chinesische Schlepper die vietnamesischen Schiffe rammen und mit Feuerlöschkanonen auf sie schießen.

USA nennen Chinas Vorgehen "provokativ"

China verteidigte sein Vorgehen: Die Ölplattform liege in chinesischen Hoheitsgewässern und das Bohren dort sei daher "normal und legal", sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums. Zuvor hatte das Land erklärt, ausländische Schiffe seien innerhalb eines Radius von 4,8 Kilometern um die Anlage herum verboten.

Die Außenministerium der USA bezeichnete die Aktion Chinas als provokativ und nicht hilfreich, die Stabilität in der Region zu erhalten. Erst vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Barack Obama die Region besucht und Verbündeten wie den Philippinen seine Hilfe zugesagt.

Im Südchinesischen Meer kommt es immer wieder zu ähnlichen Zwischenfällen. Erst Stunden vor der Ausschreitung hatten philippinische Behörden ein Fischerboot aus China gestoppt und die elf Besatzungsmitglieder festgenommen.

China beansprucht praktisch das gesamte Gebiet des Südchinesischen Meeres, in dem große Öl- und Gasvorkommen vermutet werden. Peking liegt daher im Konflikt mit den Asean-Staaten Philippinen, Vietnam, Brunei und Malaysia sowie mit Taiwan. Der Streit hatte bereits 1974 und 1988 zu blutigen Gefechten zwischen China und Vietnam geführt. Die Asean-Staaten werfen Peking vor, zunehmend aggressiv aufzutreten.

jbe/AP/
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