Österreich Zehntausende demonstrieren gegen Zwölf-Stunden-Tage

In Wien haben 80.000 Menschen gegen das geplante neue Arbeitszeitgesetz protestiert. Die Gewerkschaften kündigten Widerstand "mit allen Mitteln" an.

Demonstration des Österreichischen Gewerkschaftsbundes in Wien
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Demonstration des Österreichischen Gewerkschaftsbundes in Wien


Rund 80.000 Menschen haben nach Angaben der Polizei in Wien gegen die Einführung des Zwölf-Stunden-Tags demonstriert. "Wir werden Widerstand leisten mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen", sagte Wolfgang Katzian, Präsident des Österreichischen Gewerkschaftsbundes, bei einer Kundgebung am Samstag.

Die rechtskonservative Regierung will mit einem neuen Arbeitszeitgesetz die Voraussetzungen für Zwölf-Stunden-Tage aufweichen und auch 60-Stunden-Wochen ermöglichen. Die Gewerkschaften sind dagegen. Das Gesetz soll am Donnerstag vom Parlament verabschiedet werden.

Österreichs Gewerkschaften wollen ein Referendum

Viel Streit gab es in den vergangenen Wochen vor allem über die Gründe, die Arbeitnehmer angeben müssen, wenn sie nicht mehr als zehn Stunden am Tag arbeiten wollen. Nachdem die beiden Regierungsparteien ÖVP und FPÖ diesbezüglich nachgegeben haben, sollen die Arbeitnehmer nun ohne Begründung die Mehrarbeit verweigern können.

Gewerkschafts-Chef Katzian forderte die Regierung auf, die Bürger in einem Referendum nach ihrer Meinung zum 12-Stunden-Tag sowie der 60-Stunden-Woche zu befragen.

pbe/dpa



insgesamt 4 Beiträge
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tom0781 01.07.2018
1. Selbst Schuld.
Tja. Da sollte man als Wähler schon mal das GANZE Wahlprogramm lesen anstatt bei dem Wort Flüchtlinge reflexartig die Partei wählen, die am restriktivsten in der Sache vorgeht. Hoffentlich werden da die 60 Stunden Wochen zur Regel, dann überlegen sich es manche vielleicht mal über die Flüchtlingsthematik hinaus zu denken.
karljosef 01.07.2018
2. 12 Stunden Tag
Wie im 19. Jhdt. Zu einer Zeit, in der durch Industrie4.0 alles noch mehr automatisiert werden soll. Haben die noch alle Tassen im Schrank?
yvowald@freenet.de 01.07.2018
3. Jetzt rächt es sich....
Jetzt rächt es sich, daß auch "normale" Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer diese konservative Regierung unter Kanzler Kurz gewählt haben. Die Quittung kommt auf dem Fuße. Kanzler Kurz steht bei der Wirtschaft und dem österreichischen Großkapital im Wort. Er muß also "liefern". Die Kleinen Leute in der Alpenrepublik kommen wieder einmal unter die Räder der Wirtschaftsmacht. Gutgläubigkeit, auch politische, zahlt sich nicht aus. Nur, wo sind die politischen Wettberber, die eine gegenläufige Politik wollen und durchsetzen können?
zaunreiter35 01.07.2018
4. 60-Stunden-Woche?
Ja, ne, is klar. *kopfschüttel*
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