TV-Duell vor Wahl in Österreich Kandidaten werfen sich gegenseitig Lügen vor

Drei Tage vor der Wahl in Österreich haben sich die beiden Präsidentschaftskandidaten zum letzten TV-Duell getroffen: Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer stritten emotional über den Anti-Terror-Kampf

Van der Bellen, Thurnher, Hofer
REUTERS

Van der Bellen, Thurnher, Hofer


Die beiden Präsidentschaftsanwärter in Österreich haben sich drei Tage vor der Wahl ein inhaltlich scharfes und teilweise emotionales Duell geliefert. Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen und der Kandidat der rechtspopulistischen FPÖ, Norbert Hofer, bezichtigten sich mehrfach der Lüge in verschiedenen politischen Fragen.

Eine neue Position ergab sich beim Umgang mit zurückgekehrten Dschihadisten der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). "Wenn Sie sich der Fremdenlegion anschließen, verlieren Sie die Staatsbürgerschaft. Wenn Sie zum IS gehen, verlieren Sie die Staatsbürgerschaft nicht", kritisierte Hofer, 45. Van der Bellen stellte sich gegen diesen Vorschlag: Die Staatsbürgerschaft sei ein ganz besonderes Gut, sagte der 72-Jährige. "Auch ein Mörder verliert die Staatsbürgerschaft nicht."

Hofer warf Van der Bellen zudem vor, einst als Spion gearbeitet zu haben. "Sie lügen wieder", entgegnete Van der Bellen. Dies sei das Gemeinste, was er seit Langem erlebt habe, "das ist albern".

ORF-Moderatorin Ingrid Thurnher leitete das TV-Duell. Die Wahl in Österreich findet am 4. Dezember statt. Experten rechnen mit einem knappen Rennen. Die erste Stichwahl im Mai war wegen organisatorischer Schlampereien annulliert worden, Van der Bellen hatte damals mit hauchdünnem Vorsprung gewonnen. Der Ersatztermin Anfang Oktober musste kurzfristig wegen fehlerhafter Briefwahlumschläge verlegt werden.

aar/dpa/Reuters

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