Nachfolgerin für Sebastian Kurz Brigitte Bierlein wird erste Kanzlerin Österreichs

Die Nachfolgerin für Österreichs Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz steht fest. Das Amt soll übergangsweise Brigitte Bierlein übernehmen - bisher Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs.

Brigitte Bierlein auf einer Pressekonferenz in Wien
CHRISTIAN BRUNA/ EPA-EFE/ REX

Brigitte Bierlein auf einer Pressekonferenz in Wien


Nach dem skandalösen "Ibiza-Video" und der dadurch ausgelösten Regierungskrise wird Verfassungsrichterin Brigitte Bierlein die erste Kanzlerin Österreichs. Das teilte Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Donnerstag nach Gesprächen mit mehreren Parteivertretern mit.

Brigitte Bierlein, die Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs, soll das Amt übergangsweise bis zu den vorgezogenen Wahlen im September übernehmen, sagte Van der Bellen auf einer Pressekonferenz. Sie ist die erste Frau auf diesem Posten.

"Ich habe mir einige Stunden Bedenkzeit erbeten und bin zum Ergebnis gelangt, dass ich für das Wohl Österreichs diese so verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen werde", sagte Bierlein. Ihr wichtigstes Ziel sei es derzeit, "zur Beruhigung und zum wechselseitigen Vertrauensaufbau" beizutragen.

Am Montag war in Österreich die gesamte Regierung von Sebastian Kurz per Misstrauensvotum des Parlaments abgesetzt worden. Van der Bellen erhielt damit die Aufgabe, eine Übergangsregierung zu bilden, die bis zur Neuwahl im September und während der dann folgenden Koalitionsverhandlungen im Amt bleiben soll.

Die Absetzung der Regierung war der vorläufige Höhepunkt der Regierungskrise, die durch das Skandalvideo aus Ibiza ausgelöst worden war. Die von SPIEGEL und "Süddeutscher Zeitung" am 17. Mai veröffentlichten Aufnahmen von 2017 zeigen den damaligen FPÖ-Chef und späteren Vizekanzler Heinz-Christian Strache im Gespräch mit einer angeblichen russischen Oligarchen-Nichte.

Strache stellt dabei unter anderem Staatsaufträge für Wahlkampfhilfe zugunsten der FPÖ in Aussicht und spekuliert über die vorteilhaften Folgen eines Kaufs der einflussreichen "Kronen-Zeitung" durch die vermeintliche Investorin.



insgesamt 46 Beiträge
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Na_ich_eben 30.05.2019
1. Na klar
Wenn es die Männer in den Sand setzen, sollen die Frauen "aushelfen". Wie billig. Und nach der nächsten Wahl ist es dann wieder ein Mann.
ekel-alfred 30.05.2019
2. #1
Zitat von Na_ich_ebenWenn es die Männer in den Sand setzen, sollen die Frauen "aushelfen". Wie billig. Und nach der nächsten Wahl ist es dann wieder ein Mann.
Tja, in Österreich ist es eben genau andersherum. Hier bei uns muss wohl ein Mann Merkels Scherbenhaufen zusammen fegen. Daher kann ich die Österreicher zu Ihrer Wahl (auch wenn es nur interimsmässig ist) kaum beglückwünschen.
mocktudor 30.05.2019
3. bitte nachdenken
@Na_ich_eben Dass Sie hierbei direkt einen geschlechterbedingten Kontext wittern, ist sehr entlarvend. Niemand behauptet, "Frauen" sollten hier "aushelfen", die Übergangskanzlerin ist eben nun mal zufälligerweise EINE Frau. Ist doch nichts dabei, wir leben schließlich im 21. Jahrhundert. Oder fühlen Sie sich da in Ihrer Männlichkeit angegriffen?
Lavitaebella 30.05.2019
4.
Zitat von Na_ich_ebenWenn es die Männer in den Sand setzen, sollen die Frauen "aushelfen". Wie billig. Und nach der nächsten Wahl ist es dann wieder ein Mann.
also ich freu mich in folgender Reihenfolge: 1. der Innenminister ist weg. 2. die Regierung ist weg. 3. eine Frau wird neue Kanzlerin 4. wir haben einen wunderbaren Bundespräsidenten. So. und wenn ich mich zu Ende gefreut hab, dann werde ich im September genau jene Partei wählen, die mit einer Spitzenkandidatin ins Rennen geht. Vielleicht sollten sie das auch so machen, ist besser fürs Karma, als ärgern....
Emderfriese 30.05.2019
5. Fragen
Da fehlt etwas: Ist die Frau parteilos? Und sollte sie in eine Partei eingebunden sein, könnte sie auch nach der Übergangszeit gewählt werden? Will sie das überhaupt?
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