Faymann-Nachfolge Bahn-Chef Christian Kern wird Bundeskanzler in Österreich

Nach dem Rücktritt des österreichischen Kanzlers Faymann steht nun sein Nachfolger fest: Nach Informationen des SPIEGEL wird Bahn-Chef Christian Kern seinen Posten übernehmen.

Christian Kern
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Christian Kern


Die Entscheidung steht: Nach Informationen des SPIEGEL wird Bahn-Chef Christian Kern Nachfolger des zurückgetretenen Kanzlers Werner Faymann.

Der 50-Jährige Kern ist gebürtiger Wiener und studierte dort Kommunikationswissenschaft. Nach seiner akademischen Ausbildung arbeitete er zunächst als Wirtschaftsjournalist. 1991 wechselte er als Assistent des damaligen Staatssekretärs für den öffentlichen Dienst, Peter Kostelka (SPÖ), in das Bundeskanzleramt. Sechs Jahre später ging er in die Wirtschaft und arbeitete für den Stromkonzern Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG.

Meinungskompass

2010 trat Kern seinen Posten als CEO bei den hochdefizitären, staatlichen Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) an. In den vergangenen Jahren war es ihm gelungen, das Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu führen. In der Debatte um seine mögliche Kanzlerschaft hatten sich bereits sieben der insgesamt neun SPÖ-Landesparteien öffentlich für ihn ausgesprochen. Der ehemalige ORF-Intendant Gerhard Zeiler, der ebenfalls im Rennen war, habe seine Ambitionen fallenlassen, schreibt die Zeitung "Der Standard".

Faymann hatte rund zwei Wochen nach dem Triumph der rechtspopulistischen FPÖ bei der Präsidentenwahl seinen Rücktritt erklärt. Der 56-Jährige war der am viertlängsten amtierende Kanzler der Zweiten Republik. Er räumte außerdem seinen Posten als SPÖ-Chef. Er führte die sozialdemokratische Partei seit August 2008.

Die Partei befindet sich seit Jahren in einer schweren Krise. Bei der Bundespräsidentenwahl am 24. April landete der SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer mit 11 Prozent abgeschlagen auf dem vierten Platz. Damit verpasste er die Stichwahl deutlich.

vks



insgesamt 34 Beiträge
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gsteu 12.05.2016
1. Der Zug
Leider ist der Zug schon abgefahren und nichteinmal der Bahncheff merkts ! Traurig ! Selbst in Wien wird die SPOE in Kuerze unter 20 % sein,da Sie so lange die Augen und Ohren geschlossen hatten ! Chikago darf nicht Wien werden !
jungletiger9 12.05.2016
2. So rum?
Zitat von gsteuLeider ist der Zug schon abgefahren und nichteinmal der Bahncheff merkts ! Traurig ! Selbst in Wien wird die SPOE in Kuerze unter 20 % sein,da Sie so lange die Augen und Ohren geschlossen hatten ! Chikago darf nicht Wien werden !
Aber darf Wien Chicago werden?
j.vantast 12.05.2016
3. Schräge Tendenz
Ob nun Aussenminister oder Kanzler: In Österreich scheint eine Tendenz erkennbar jüngere und ahnungslosere in die entsprechenden Positionen zu hieven. Aber im Prinzip ist es wie fast überall: Fachkenntnis, Erfahrung und Weitsicht sind heute bei der Karriere eher hinderlich. Gewünscht sind junge Marionetten mit weissem Hemd die sich vor die eigentlichen Lenker stellen damit man deren Flecken auf der Weste nicht mehr wahrnehmen kann.
Schlumperli 12.05.2016
4.
Ehrlicher wäre es, Neuwahlen auszurufen.
mirdochwurscht 12.05.2016
5. Geschlossene Gesellschaft
Wer einmal versucht hat in Österreich geschäftlich Fuß zu fassen, Hat die Erfahrung gemacht das die österreichische Politik und Industrie sehr eng vernetzt und verbandelt ist. Dies ist eine sehr feste in sich verschlossene Struktur, in der die wesentlichen Entscheidungen getroffen werden. Deshalb ist es dort möglich, Dass ein Bahnmanager als Bundeskanzler eingesetzt wird. Genauso wie bei dem jungen Außenminister ist die Erfahrung in der Politik nicht entscheidend, sondern dass die Entscheidungen und Ziele des inneren Zirkels vertreten werden. Dies hat allerdings nun auch die österreichische Gesellschaft verstanden, deshalb wird die FPÖ massiv an Wachstum gewinnen.
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