Landtagswahl in der Steiermark Grüne und ÖVP mit Rückenwind für Koalitionsgespräche in Österreich

Stimmungstest gewonnen: Während in Wien ÖVP und Grüne über ein Bündnis im Bund verhandeln, haben die Wähler in der Steiermark beiden Gewinne beschert. Bei der FPÖ bringt sich derweil Heinz-Christian Strache für ein Comeback in Stellung.

ÖVP-Chef Sebastian Kurz und Grünen-Vorsitzender Werner Kogler dürfen das Ergebnis als Ansporn für weitere Verhandlungen sehen
CHRISTIAN BRUNA/EPA-EFE/REX

ÖVP-Chef Sebastian Kurz und Grünen-Vorsitzender Werner Kogler dürfen das Ergebnis als Ansporn für weitere Verhandlungen sehen


Die konservative ÖVP und die Grünen in Österreich haben in einem politischen Stimmungstest auf Landesebene ihren Erfolgskurs fortgesetzt. Bei der Landtagswahl in der Steiermark, dem nach Einwohnern viertgrößten Bundesland, legte die ÖVP nach ersten Hochrechnungen am Sonntag um mehr als sieben Prozentpunkte auf 35,9 Prozent zu. Die Grünen bekamen laut Hochrechnung mit 11,7 Prozent etwa fünf Prozentpunkte mehr. ÖVP und Grüne verhandeln auf Bundesebene über die Bildung eines gemeinsamen Regierungsbündnisses.

Die sozialdemokratische SPÖ und die rechte FPÖ verbuchten ähnlich wie bei der Nationalratswahl Ende September jeweils starke Einbußen. Die SPÖ erreichte laut Demoskopen 23,4 Prozent, ein Minus von 5,9 Prozentpunkten. Besonders drastisch fielen die Verluste für die FPÖ aus. Die Rechtspopulisten kamen nur noch auf 17,6 Prozent (minus 9,2 Prozentpunkte). Im Landtag in Graz sind voraussichtlich auch die kommunistische KPÖ und die liberalen Neos vertreten.

Bei der FPÖ sorgte am Wahltag ein Facebook-Post des ehemaligen Vorsitzenden Heinz-Christian Strache für Unruhe. Darin hatte er die Parteispitze aufgefordert, seine Suspendierung aufzuheben und zudem angekündigt, als Chef der Wiener FPÖ zurückkehren zu wollen. Strache, ehemals Vizekanzler unter Sebastian Kurz, hatte nach Bekanntwerden der "Ibiza-Affäre" seine Ämter aufgeben müssen.

mfu/DPA/AFP



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