TV-Duell in Österreich Präsidentschaftsbewerber streiten über Flüchtlingspolitik

Im zweiten TV-Duell zwischen dem rechten und dem linken Kandidaten für Österreichs Präsidentenamt hat Alexander Van der Bellen die Aufnahme von Flüchtlingen verteidigt. Kontrahent Norbert Hofer versuchte, die Sorge vor einem "Öxit" zu dämpfen.

Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen vor dem TV-Duell
AP

Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen vor dem TV-Duell


Zwei Wochen vor der Präsidentenwahl in Österreich haben die zwei Kandidaten in einem TV-Duell ihre völlig unterschiedliche Haltung zur Flüchtlingspolitik bekräftigt.

Während der Grünen-nahe Alexander Van der Bellen am Sonntagabend das Motto von Bundeskanzlerin Angela Merkel "Wir schaffen das" verteidigte, bezeichnete Norbert Hofer von der rechtspopulistischen FPÖ den Slogan als "kapitalen Fehler".

Im zweiten von insgesamt vier TV-Duellen spielte erneut die Frage eines Austritts aus der Europäischen Union eine wichtige Rolle.

Hofer betonte, dass er nur bei einer weiteren Fehlentwicklung der EU für einen Austritt Österreichs, einen sogenannten Öxit, wäre. "Ich bin nicht der Meinung, dass das Projekt der EU schon verloren ist", sagte der 45-jährige am Sonntagabend im Sender Puls4.

Van der Bellen bezweifelt Hofers Glaubwürdigkeit

Der 72-jährige Van der Bellen, dessen Kampagne stark auf die Sorge vor einem "Öxit" setzt, bezweifelte die Glaubwürdigkeit dieser Aussage seines politischen Kontrahenten.

Hofer veröffentlichte nach dem Duell einen Ted des TV-Senders, laut dem 49 Prozent der Zuschauer Hofer überzeugender fanden. 41 Prozent votierten demnach für Van der Bellen.

Die Wahl in Österreich am 4. Dezember ist der dritte Anlauf im Rennen um das höchste Staatsamt. Die Stichwahl vom 22. Mai, die Van der Bellen knapp gewonnen hatte, war vom höchsten Gericht des Landes wegen Mängeln bei der Auszählung der Briefwahlstimmen annulliert worden.

Der erste Nachholtermin musste wegen Problemen mit Wahlkuverts verschoben werden. Prognosen gehen von einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Van der Bellen und Hofer aus.

sun/dpa



insgesamt 6 Beiträge
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Alvy Singer 21.11.2016
1.
Nach meinem Kenntnisstand ist Van der Bellen Parteimitglied der östereichischen Grünen und die Bezeichnung Grünen-nah daher irreführend.
vienna99 21.11.2016
2.
Bin Österreicherin und der Meinung, dass unser Land keinen Bundespräsidenten braucht. Dieses Amt wird völlig überbewertet und überbezahlt! Seit Monaten geht es auch ohne diesen "Würdenträger". Und schließlich gibt es alternativ, zu einem Greis aus dem tiefsten Tirol und einem hämisch grinsenden Rechtspopulisten, noch fähige Politiker wie Herrn Kurz und Herr Kern! Weg mit diesem überflüssigen Präsidialamt und erspart uns die Peinlichkeit der Wiederholung der Wiederholung der Stichwahl! Diese Veranstaltung bietet höchstens eine Steilvorlage für das Wiener Kasperletheater!
makeup 21.11.2016
3. Österreich driftet nach rechts - die Wutbürger rächen sich
Man muss nur mal die Kronenzeitung lesen (krone.at) und auch die Leserkommentare lesen. Das ist von der Krone aber genauso gewollt. Anderstdenkende, kritische Kommentare werden gelöscht oder gar nicht veröffentlich. Da sind sehr viele Trolle unterwegs und die Daumen werden auch gefakt. Nur mal bei Wikipedia nach "Heinz-Christian Strache" suchen und lesen - besonders: Herkunft und Familie + Kontakte mit Rechtsextremisten. Ich werde nicht mehr nach Österreich fahren.
rudolfo.karl.von.wetterst 21.11.2016
4. Recht so Vienna99
Sie treffen genau meinen Nerv. Eine unnütze Wahl. Genau wie Deutschland seit Jahren keinen Bundespräsidenten mehr braucht, da die Position nur zur Entsorgung von drittklassigen Politikern dient. Wobei es in Österreich noch wirklich spannend ist und die Bürger wirklich wählen können, während der Grüßaugust in Deutschland, wie seinerzeit in der DDR, bestimmt wird.
mostly_harmless 21.11.2016
5. Wo ist das Problem?
Wenn die Ösis mal wieder einen Nachschlag von dem "Leistungsvermögen" der FPÖ benötigen (für das letzte Mal zahlen sie - Stichwort Hypo Alpe Adria - ja bis heute) - steht denen das selbstverständlich frei. Und mit Präsidenten aus dieser politischen Ecke haben sie ja seit Kurt Waldheim Erfahrung.
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