Österreich Kurz als neuer Kanzler vereidigt

Österreich hat einen neuen Kanzler - und Europa seinen jüngsten Regierungschef: Sebastian Kurz, 31 Jahre alt. Präsident Van der Bellen sprach bei der Vereidigung eine Mahnung in Richtung FPÖ aus.

Sebastian Kurz (links)
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Sebastian Kurz (links)


Zwei Monate nach der Wahl ist Sebastian Kurz der neue Regierungschef in Österreich. Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat den bisherigen Außenminister in Wien als Bundeskanzler vereidigt. Kurz ist damit jüngster Regierungschef in Europa.

Er steht einem Kabinett vor, das acht Minister und Ministerinnen aus den Reihen der konservativen ÖVP und sechs Ressortverantwortliche aus den Reihen der rechten FPÖ hat. Vizekanzler ist FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache.

Van der Bellen mahnte in einer mehrminütigen Rede die Koalition zu einer verantwortungsvollen Politik gerade auch gegenüber Minderheiten. "Am Umgang mit den Schwächsten zeigt sich, was unsere Werte wirklich wert sind." (Hier können Sie die Koalitionspläne nachlesen.)

Die Vereidigung war begleitet von Demonstrationen. Rund 6000 Menschen hatten sich nach Polizeiangaben auf dem Heldenplatz vor der Hofburg - dem Amtssitz des Bundespräsidenten - versammelt. Die Demonstranten aus der linken Szene skandierten Parolen wie "Nazis raus" und "Wir wollen keine Nazi-Schweine".

Es ist das zweite Mal in der Geschichte Österreichs, dass ÖVP und FPÖ ein Regierungsbündnis eingehen.

dop/AFP/dpa



insgesamt 14 Beiträge
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heinrich-wilhelm 18.12.2017
1. Emigration
Jetzt könnten die AfD Mitglieder geschlossen in die Ostmark ,vulgo Oesterreich,emigrieren und sich mit ihren Gesinnungsgenossen von der FPÖ vereinen. Ob das dem Kurz gefallen würde? Zumindest wir hätten ein Problem weniger.
GueMue 18.12.2017
2. Nach links kommt rechts und Austria uebt
nur mit dem Kontrollverlust durch Merkel und der Unsicherheit durch Links und Grün geht Wechsel viel schneller. Solange wir uns klar sind, dass weder die eine noch die andere Seite in allen Angelegenheiten Recht hat, bewahrt man sich Demut, was Voraussetzung fuer Tolereranz ist. Der G20gipfel hat ebenso darauf verwiesen, wie der Terroranschlag oder die NSU. In der Mathematik nennt man das kommunizierende Röhren. Es faengt eine Seite an und die andere zieht nach. Das bezeichnen der FDP als rechtspopulaer und der AFD als Nazi erzeugt Gegenreaktionen und wird zu Lasten der Volksparteien gehen. Gut, dass die Oesterreicher mal fuer uns ueben.
DerNachfrager 18.12.2017
3. Bitte mal die Realität betrachten !
Die FPÖ regiet jetzt zum dritten Mal mit. Und bislang ohne irgendwelche besonderen Vorkommnisse; VanDerBellens "Ermahnung" ist nichts weiter als primitiver parteipolitischer Theaterdonner, eines Staatsoberhauptes unwürdig. Was wäre wohl wenn ein CDU-Bundespräsident einen GRÜNEN-Kanzler vereidigt und ihn dabei ermahnt "das Recht auf Eigentum und Selbstbestimmung der Menschen zu achten" ?
pr8kerl 18.12.2017
4.
1. Auch die FPÖ hat sich dazu bekannt, das Österreichs Platz in der europäischen Union ist.--- 2. Das alle Uniformierten künftig von der FPÖ kontrolliert werden schafft großes Unbehagen.--- 3. Dass Österreich entschlackt und verschlankt werden muss finde ich völlig in Ordnung.--- 4. Dass Migrantenkinder erst Deutsch lernen müssen und dann in die Schule kommen ist ok.--- 5. Lasst doch die Regierung mal machen. Der Bundespräsident kann im Notfall eingreifen.---
GinaBe 18.12.2017
5. @2
Oh nein! Da imaginieren sie wohl verträumt, denn Frau Wagenknecht geben wir sicherlich nicht ab! Historisch betrachtet gibt es eine generationenübergreifende Skepsis gegenüber politischen Umwälzungen in unserem alpenreichen Nachbarland, welches früher gerne FELIX Austria genannt werden durfte: die Insel der Seligen. Der nun jüngste Kanzler Europas betritt gemeinsam mit dem Weggefährten Jörg Haiders und alten FPÖ Recken das Pult der Macht in Österreich und verspricht, Flüchtlingen das mitgebrachte Geld sowie deren Mobiltelefone abzunehmen. Vielleicht haben allgemeine Menschenrechte mehr ihre Aktualität verloren? Es wäre Ihnen zu wünschen, daß Ihre Hoffnungen in die neue Regierung sich erfüllen und sich nicht umkehren.
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