Spende von Christchurch-Attentäter Österreichs Regierung prüft Auflösung der Identitären

Ein zentraler Aktivist der rechtsextremen Identitären Bewegung erhielt eine Spende vom Christchurch-Attentäter. Diese Info bestätigte nun Österreichs Kanzler Kurz - und kündigt mögliche Konsequenzen an.

Sebastian Kurz
Thierry Roge / BELGA / dpa

Sebastian Kurz


Eine Geldspende des Attentäters von Christchurch bringt die rechtsextreme Identitäre Bewegung Österreichs in Bedrängnis. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz bestätigte nun, dass es eine solche Spende tatsächlich gegeben hat.

Es brauche nun Aufklärung, ob es hier "Machenschaften im Hintergrund" gegeben habe. Zudem werde geprüft, ob die Identitäre Bewegung aufgelöst werden könne. "Unsere Position ist hier ganz klar, egal welche Art von Extremismus, ob das jetzt radikale Islamisten oder rechtsextreme Fanatiker sind, sowas darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben", sagte Kurz.

Am Montag hatten Beamte die Wohnung von Martin Sellner, Co-Chef der Identitären, durchsucht. In einem Video erklärte er, vor Monaten eine Spende von dem Christchurch-Attentäter erhalten zu haben. Die Spende sei "unverhältnismäßig" hoch gewesen. Der Spender verwendete demnach eine E-Mail-Adresse mit dem Namen des Attentäters.

Bei dem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch wurden 50 Menschen erschossen. Der mutmaßliche Attentäter hatte offenbar rechtsextreme, fremdenfeindliche Motive. Auch in Deutschland gibt es eine Identitäre Bewegung. Der Verfassungsschutz wertet die Gruppierung als rechtsextrem.

Martin Sellner
Roland Schlager/ APA/ DPA

Martin Sellner

In seinem Video erklärte Sellner weiter, dass er mit dem Tatverdächtigen und dem Massaker in Neuseeland nichts zu tun habe.

Monate vor seiner Tat hielt sich der Attentäter in Österreich auf. Das hatte das österreichische Innenministerium jüngst erklärt. Der rechtsextreme Attentäter postete auf Facebook Bilder seines Trips aus Wien, Kärnten, Salzburg und Innsbruck. Möglicherweise wollte er sich während seines Österreich-Trips die Orte berühmter Schlachten anschauen.

In Deutschland werden die Identitären vom Verfassungsschutz beobachtet, Österreichs Behörden stufen sie ebenfalls als rechtsextrem ein.

mho/Reuters



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