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11. Mai 2018, 20:57 Uhr

Sanktionen gegen Iran

Olaf Scholz will Ausnahmen für deutsche Unternehmen

Finanzminister Scholz will bei den USA Sonderregelungen für deutsche Betriebe aushandeln, die von den amerikanischen Sanktionen gegen Iran betroffenen sind. Er hat dafür mit seinem US-Amtskollegen telefoniert.

Für deutsche Unternehmen möchte er eine Ausnahme von den US-Sanktionen gegen Iran erreichen: Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat laut einem Sprecher mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen Steven Mnuchin telefoniert. Das berichtet das "Handelsblatt".

US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, bisher ausgesetzte Sanktionen gegen Iran wieder greifen zu lassen. Deutsche Firmen sind nun in Sorge, dass ihre Geschäfte mit der Islamischen Republik gefährdet sein könnten.

Am Dienstag twitterte der neue amerikanische Botschafter in Deutschland, Richard Grenell: "Deutsche Unternehmen, die im Iran Geschäfte machen, sollten ihre Tätigkeiten sofort herunterfahren." In Deutschland stieß das Vorgehen auf Kritik.

Zuletzt ist das deutsche Exportgeschäft mit dem Iran gewachsen. Allein die Exporte deutscher Maschinenbauer sind nach Zahlen des Branchenverbands VDMA im vergangenen Jahr um 20 Prozent auf 901 Millionen Euro gestiegen. Insgesamt haben die deutschen Iran-Ausfuhren 2017 um 16 Prozent zugelegt, teilt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit.

Diese Geschäfte stünden nun "unter einen enormen Vorbehalt", sagt DIHK-Präsident Eric Schweitzer, da deutschen Unternehmen in den USA "empfindliche Strafen" drohten. Ein Interview zum Thema mit dem Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, Michael Hüther, finden Sie hier.

Kanzlerin Angela Merkel hatte das Vorgehen von Trump auf dem Kirchentag in Münster kritisiert. Der Schritt "verletzt das Vertrauen in die internationale Ordnung", sagte sie.

höh/Reuters

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