Olympia-Proteste Sarkozy entschuldigt sich bei Rollstuhlfahrerin aus China

Weil sie die olympische Fackel in Paris gegen Angriffe verteidigte, wurde die Rollstuhlfahrerin Jin Jing in China zur Nationalheldin. Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy hat sich bei der Sportlerin jetzt in einem persönlichen Brief für die Übergriffe entschuldigt.


Shanghai - Frankreich bemüht sich um eine Beendigung der diplomatischen Spannungen zu China. In einem persönlichen Schreiben hat sich Staatschef Nicolas Sarkozy bei der Rollstuhlfahrerin Jin Jing entschuldigt. Sie war bei den Protesten beim olympischen Fackellauf in Paris von pro-tibetischen Demonstranten angerempelt worden.

Rollstuhlfahrerin Jin Jing: Nationalheldin in China
AP

Rollstuhlfahrerin Jin Jing: Nationalheldin in China

"Ich war schockiert über die Angriffe, denen Sie am 7. April in Paris ausgesetzt waren", schrieb Sarkozy an die Behindertensportlerin. Der Präsident würdigte den "Mut" der jungen Frau, die in ihrer Heimat zu einer Nationalheldin wurde, weil sie die Fackel verteidigt hatte.

Der Brief wurde der 27-jährigen Jin Jing durch Senatspräsident Christian Poncelet in Shanghai übergeben, der auf einer diplomatischen Mission versucht, die Wogen im chinesisch-französischen Verhältnis zu glätten. Der Pariser Fackellauf hat in China wütende Proteste gegen Frankreich ausgelöst und zu Boykottaufrufen gegen französische Unternehmen geführt.

Nach Poncelet, der am Sonntag und Montag in China weilte, werden am Mittwoch auch Sarkozys Diplomatieberater Jean-David Levitte und der konservative Ex-Premier Jean-Pierre Raffarin nach Peking reisen.

als/AFP/dpa

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