Flüge zu Olympischen Winterspielen USA warnen vor Zahnpasta-Terroristen

Einen Tag vor Beginn der Olympischen Winterspiele erneuert die US-Regierung ihre Terrorwarnung. Amerikanische Geheimdienste befürchten demnach Anschläge auf Flüge nach Russland. Konkret warnt Washington vor Sprengsätzen in Zahncremetuben.
Olympische Ringe in Sotschi: Die Spiele beginnen am Freitag

Olympische Ringe in Sotschi: Die Spiele beginnen am Freitag

Foto: Filip Singer/ dpa

Washington - Die ersten Wettbewerbe in Sotschi laufen bereits. Einen Tag vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele haben die Snowboarder am Donnerstagmorgen mit ihrer Qualifikation begonnen. Da beunruhigen die USA mit Warnungen vor möglichen Anschlägen im Zusammenhang mit dem Sportereignis.

Die Gefahr lauere womöglich in Zahnpastatuben an Bord von nach Russland fliegenden Flugzeugen. Jüngste Erkenntnisse der US-Geheimdienste legten nahe, dass Terroristen auf diesem Weg oder in Kosmetikbehältnissen unbemerkt Sprengstoffbestandteile schmuggeln und während des Fluges Bomben bauen könnten. Die Bedrohung sei auf Direktflüge nach Russland beschränkt, die außerhalb der USA starten, hieß es in US-Medienberichten.

Die Sender ABC und CNN berichteten über die Warnung des US-Heimatschutzministeriums, die an nach Russland fliegende Airlines gegangen sei. ABC berief sich dabei auf ungenannte hochrangige US-Regierungsvertreter. Ob die Warnung Einschränkungen beim Handgepäck nach sich ziehe, hänge von den Unternehmen und den zuständigen Sicherheitsbehörden ab, hieß es.

Einschlägige Informationen würden aus Vorsicht regelmäßig mit Partnern im In- und Ausland geteilt, sagte ein Vertreter des Heimatschutzministeriums. Darunter seien auch die Veranstalter internationaler Ereignisse wie der Olympischen Spiele in Sotschi. Von einer konkreten Bedrohung auf US-Boden sei dem Ministerium nichts bekannt.

37.000 Polizisten im Einsatz

Die Sicherheitskräfte in Russland sind in Alarmbereitschaft wegen der Olympischen Winterspiele, die am Freitag beginnen und bis zum 23. Februar dauern. Sie sind das größte internationale Ereignis in Russland seit mehr als 20 Jahren.

Ein hochrangiger Vertreter der US-Sicherheitsbehörden hatte bereits am Dienstag gewarnt, die größte Gefahr gehe von Anschlägen außerhalb der schwer bewachten Schwarzmeerstadt Sotschi aus. Zuletzt hatten Selbstmordattentäter im Dezember in Wolgograd 34 Menschen getötet. Die Stadt liegt rund 700 Kilometer von Sotschi entfernt. Islamisten aus dem Nordkaukasus haben wiederholt mit Anschlägen gedroht, um das Sportereignis im nahen Sotschi am Schwarzen Meer zu stören.

Zudem hatten die Olympischen Komitees von Deutschland, Italien, Ungarn, Slowenien und der Slowakei Drohbriefe erhalten. Viele Länder haben beschlossen, ihre eigenen Sicherheitskräfte nach Russland zu schicken, um die Athleten zu beschützen. Im Schwarzen Meer kreuzen während der Spiele zwei US-Kriegsschiffe. Im Notfall sollen sie die russischen Sicherheitskräfte auf Ersuchen der Behörden unterstützen. Die 350.000-Einwohner-Stadt Sotschi selbst gleicht einer Festung. Für die Sicherheit sollen Überwachungssatelliten, Drohnen, Boden-Luft-Raketen und 37.000 Polizisten und Soldaten sorgen.

ler/dpa/Reuters/AFP