Rettungsschiff "Open Arms" Italien lässt minderjährige Flüchtlinge an Land

Die 27 nicht begleiteten Minderjährigen dürfen vom spanischen Rettungsschiff "Open Arms" evakuiert werden. Innenminister Salvini nannte es ein Zeichen der "loyalen Zusammenarbeit". Die Situation an Bord spitzt sich zu.

"Gegen meinen Willen": Innenminister Matteo Salvini lässt minderjährige Flüchtlinge des spanischen Rettungsschiffs "Open Arms" an Land
KENZO TRIBOUILLARD/ AFP

"Gegen meinen Willen": Innenminister Matteo Salvini lässt minderjährige Flüchtlinge des spanischen Rettungsschiffs "Open Arms" an Land


Die italienischen Behörden haben für die Evakuierung von 27 minderjährigen Migranten, die sich an Bord des Rettungsschiffs "Open Arms" vor der Insel Lampedusa befinden, grünes Licht gegeben. Er werde erlauben, dass die Minderjährigen an Land gehen dürfen, teilte Innenminister Matteo Salvini mit. "Gegen meinen Willen" - und auch nur, weil ihn Ministerpräsident Giuseppe Conte darum gebeten habe. In einem Brief hatte sich Conte erneut für eine Anlandung aus humanitären Gründen ausgesprochen.

In seinem Antwortschreiben betonte Salvini, dass er im Zeichen der "loyalen Zusammenarbeit" die Evakuierung der Migranten erlauben werde, er ändere jedoch nicht seinen Kurs in Sachen Migration. Salvini sieht sich in der Regierung aus seiner Lega und der Fünf-Sterne-Bewegung zunehmend isoliert.

Sechs EU-Länder - Deutschland, Frankreich, Rumänien, Luxemburg, Portugal und Spanien - sind zur Aufnahme der Migranten bereit. Bereits am Freitag durften fünf Menschen wegen psychologischer Probleme das Schiff verlassen. Die Situation an Bord des Rettungsschiffs wird Augenzeugen zufolge aber immer kritischer. "Jede Sekunde, die vergeht, rückt die Explosion dieser Bombe näher", warnte Kapitän Marc Reig mit Blick auf eine drohende Eskalation der Lage an Bord.

Südlich von Sizilien wartete auch das Rettungsschiff "Ocean Viking" mit 356 Migranten auf die Erlaubnis, in einen sicheren Hafen fahren zu können. Die Organisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen hatten die Menschen in mehreren Einsätzen in Sicherheit gebracht.

rai/apa/dpa



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