Reaktionen auf Orlando "Wann wird das aufhören?"

Politiker im In- und Ausland verurteilen den Angriff von Orlando - und sprechen ihr Beileid aus. Republikaner Donald Trump fordert US-Präsident Barack Obama zum Rücktritt auf. Die Reaktionen.

Donald Trump
REUTERS

Donald Trump


Am Tag nach dem Massaker von Orlando haben Politiker aus aller Welt die Tat verurteilt. US-Präsident Barack Obama sprach im Weißen Haus von einem "Akt des Terrors und des Hasses". Eine solche Tat könne die Lebensweise der Menschen in den USA aber nicht ändern. Der Präsident forderte seine Landsleute auf, "nicht der Angst nachzugeben". Zugleich ordnete Obama Trauerbeflaggung an öffentlichen Gebäuden an.

Bei der Geiselnahme und Schießerei in dem Nachtklub Pulse in Florida wurden nach Behördenangaben in der Nacht zum Sonntag mindestens 50 Menschen getötet und 53 weitere verletzt. Der schwer bewaffnete Schütze schoss am frühen Sonntagmorgen in dem Schwulenklub um sich und nahm Geiseln.

Bundespräsident Joachim Gauck drückte Obama sein Beileid aus. "Die Nachricht von den vielen Opfern des menschenverachtenden Mordanschlags in Orlando hat mich tief erschüttert. Kaum zu ermessen ist die Tragweite einer solchen Tat, menschlich wie politisch", schrieb Gauck in einem Kondolenzschreiben. "Ich wünsche Ihnen und den Menschen in den USA viel Kraft und Entschlossenheit, damit Ihr Land beieinanderstehen möge, um die Trauer und den Schmerz über dieses Attentat zu bewältigen."

Auch Kanzlerin Angela Merkel ließ ihre Bestürzung mitteilen. "Tief erschüttert über den mörderischen Anschlag in Orlando", twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert. "Wir trauern um die vielen Toten, sind in Gedanken bei den Familien und Verletzten."

Papst Franziskus äußerte "Entsetzen und Schmerz über diese Manifestation sinnlosen Hasses", wie aus einer Mitteilung des Vatikan hervorgeht.

Der russische Präsident Wladimir Putin sprach von einem "barbarischen Verbrechen". Russland teile Schmerz und Trauer, betonte der Kreml-Chef in einem in Moskau veröffentlichten Telegramm an seinen US-Kollegen Barack Obama. Er hoffe auf eine schnelle Genesung der Verwundeten.

Putins französischer Amtskollege François Hollande sagte, er verurteilte das Blutbad mit Abscheu. Zudem sicherte er die volle Unterstützung Frankreichs und der Franzosen für die Regierung und die US-Amerikaner in dieser schweren Bewährungsprobe zu.

"Ich trauere mit allen, die einen geliebten Menschen verloren haben, mit der Gemeinschaft der Schwulen und Lesben, und mit dem amerikanischen Volk", sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. "Die Nato steht vereint im Kampf gegen den Terrorismus und für die Verteidigung offener Gesellschaften."

Königin Elizabeth II. drückte über Twitter ihr Beileid aus: "Prinz Philip und ich sind bestürzt über die Ereignisse in Orlando. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Betroffenen."

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump äußerte sich auf Twitter zu der Tat: "Entsetzlicher Vorfall in Florida. Ich bete für alle Opfer und für ihre Familien. Wann wird das aufhören? Wann werden wir anfangen, hart, klug und wachsam zu sein?" Kurz vor der Fernsehansprache Obamas twitterte Trump: "Wird Präsident Obama endlich die Worte radikaler islamischer Terrorismus benutzen? Wenn er es nicht tut, sollte er sofort in Schande zurücktreten." Später dann forderte Trump den Rücktritt Obamas.

Der Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Paul Ryan, sagte nach dem Anschlag, die USA seien in einem "Krieg gegen islamistische Terroristen". Amerika müsse sich bewusst sein: "Wir sind eine Nation im Krieg."

Die demokratische Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton teilte mit: "Das war ein Terrorakt. Wir müssen Waffen von Terroristen und anderen gewalttätigen Kriminellen fernhalten." Alle Amerikaner seien über die Tat "entsetzt, angewidert und traurig", sagte Clintons Konkurrent um die Kandidatur der Demokraten, Bernie Sanders.

"Das ist ein Hass-Verbrechen", sagte der Vorsitzende der größten amerikanischen Muslimorganisation CAIR, Nihad Awad. "Wir werden dem Hass keinen Raum geben. Wie kann so jemand glauben, für uns zu sprechen? Er ist das Gegenteil von allem, wofür wir stehen, als Muslime und als Amerikaner."

asa/aar/dpa/AP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.