Ost-Anatolien Viele Kinder sterben bei Bombenanschlag

Bei einem Sprengstoffattentat im Südosten der Türkei sind mindestens zehn Menschen getötet worden, die meisten von ihnen Kinder. Die Bombe detonierte in Diyarbakir, einer Hochburg kurdischer Separatisten.

Diyabakir - Sieben der Todesopfer seien Kinder, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Weitere 14 Menschen seien verletzt worden. Nach Angaben des örtlichen Gouverneurs ging der Sprengsatz in der Nähe eines vor allem in den Abendstunden belebten Stadtparks in Diyarbakir hoch. Der laute Knall sei in der ganzen Stadt zu hören gewesen. Die Polizei sperrte die Umgebung weiträumig ab und nahm Ermittlungen auf.

Das Fernsehen zeigte Blutlachen und zugedeckte Leichen am Tatort. Nach Informationen des TV-Senders CNN-Türk wurde die Bombe ferngezündet, möglicherweise mit einem Handy. In anderen Berichten war die Rede davon, dass der Sprengsatz an einer Bushaltestelle platziert war. Die meisten Opfer seien Wartende gewesen.

Zu den möglichen Hintermännern des Anschlags, einem der schwersten in diesem Jahr in der Türkei, machte das Gouverneursbüro keine Angaben. Diyarbakir mit seinen rund eine Million Einwohnern ist eine Hochburg kurdischer Separatisten.

Das Attentat war das jüngste einer ganzen Serie von Anschlägen auf türkische Ferienorte und Städte. Dabei kamen in den vergangenen Wochen mindestens zwölf Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Zu Anschlägen im August hatte sich die militante Gruppe der "Freiheitsfalken Kurdistans" bekannt und angedroht, die Türkei in eine "Hölle" zu verwandeln. Sie hatten sich zu einem Bombenanschlag auf ein Einkaufszentrum an der Küste von Antalya bekannt, bei dem drei Menschen starben. Bereits zuvor waren vier Bomben in dem Ferienort Marmaris und in Istanbul explodiert.

Vor der gestrigen Explosion hatten Behörden im Südosten der Türkei bereits zwei weitere Sprengstoffattentate registriert. In der Provinz Bingöl wurden bei einem Anschlag auf einen Güterzug drei Eisenbahnwaggons zerstört. In Hatay konnten die Behörden eine gewaltige Bombe an einer belebten Brücke nach eigenen Angaben rechtzeitig entschärfen.

Im Konflikt zwischen der türkischen Armee und der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK wurden zwischen 1984 und 1999 fast 40.000 Menschen getötet. Nach einer mehrjährigen Ruhepause verübt die PKK seit 2004 wieder verstärkt Anschläge auf türkischem Boden. Die kurdischen Extremisten verlangen eine Generalamnestie für ihre rund 5000 Kämpfer und die Freilassung ihres inhaftierten Chefs Abdullah Öcalan. Die Türkei lehnt dies ab.

hen/fok/Reuters/dpa/AP

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