Ost-Türkei Bombe tötet mindestens fünf Menschen

Die Bombe am Wegrand explodierte, als ein Minibus vorbeifuhr: Fünf Passagiere überlebten die Fahrt in ein benachbartes Dorf in der Ost-Türkei nicht. Sicherheitskräfte starten laut Staatsfernsehen eine "breite Operation", um die Täter zu finden.


Yuvalicay/Istanbul - Das Sammeltaxi war von dem Ort Yuvalicay auf dem Weg in das nächste Dorf. Doch es erreichte sein Ziel nicht: Auf halber Strecke explodierte am Straßenrand eine Bombe, die offenbar ferngezündet wurde. Die Explosion riss drei Menschen in der Ost-Türkei in den Tod, drei weitere wurden schwer verletzt, wie die türkische Nachrichtenagentur "Anadolu" am Freitag berichtete. Nach Angaben türkischer Medien sind es inzwischen fünf Tote und noch mehr Verletzte.

Türkische Panzer im Südosten der Türkei: Die Lage ist angespannt
REUTERS

Türkische Panzer im Südosten der Türkei: Die Lage ist angespannt

Der Gouverneur der Provinz Batman im Südosten der Türkei, Recep Kizilcik, erklärt "Anadolu" zufolge, unter den Passagieren des Wagens seien mehrere "Dorfschützer" gewesen. Dorfschützer sind Mitglieder einer von der türkischen Regierung unterstützten Bürgerwehr, die in Ostanatolien gegen die verbotene Kurdische Arbeiterpartei (PKK) kämpfen.

"Wir vermuten, dass es sich um eine ferngezündeten Sprengsatz handelt" - so wird Kizilcik in türkischen Medien zitiert. Sie berichten von weiteren Sprengkörpern, die an Straßenrändern plaziert und Menschen getötet hätten.

Laut türkischem Staatsfernsehen "TRT" soll von Sicherheitskräften eine "breit angelegte Operation" in der Region gestartet worden sein, "um die Terroristen zu fangen".

Die politische Lage im Südosten der Türkei ist ohnehin äußerst angespannt. PKK-Milizen verüben hier nach türkischen Angaben regelmäßig Anschläge. Das türkische Militär reagierte darauf gleich mehrfach: In zwei Monaten hat die türkische Luftwaffe drei Mal vermutete Stellungen der PKK im Nordirak bombardiert. Im Februar war die türkische Armee in einer achttägigen Bodenoffensive in den kurdisch dominierten Nordirak vorgedrungen.

Das Militär geht davon aus, dass die PKK ihre Angriffe in der Türkei von ihren Stützpunkten im Irak aus koordiniert.

fat/dpa



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