Kämpfe nahe Donezk Separatisten töten acht ukrainische Soldaten

Bei Kämpfen mit prorussischen Einheiten nahe Donezk hat die ukrainische Armee herbe Verluste erlitten, acht Soldaten kamen ums Leben, 17 wurden verletzt. Laut Nato zieht Russland womöglich seine Truppen von der Grenze ab.

Ukrainischer Soldat nahe Donezk: Acht Armeeangehörige getötet
AP/dpa

Ukrainischer Soldat nahe Donezk: Acht Armeeangehörige getötet


Donezk - Wenige Tage vor der ukrainischen Präsidentschaftswahl sind bei zwei Angriffen von Separatisten im Osten der Ukraine acht Soldaten getötet und 17 verletzt worden. Das gab das ukrainische Verteidigungsministerium bekannt. Die Nachrichtenagentur AP meldet sogar elf Tote. Allerdings ist nicht bekannt, ob es sich bei allen um Soldaten handelt.

Zu den Auseinandersetzungen sei es in der Nacht zum Donnerstag bei der Stadt Wolnowaha, etwa 60 Kilometer südlich der Industriestadt Donezk gekommen. Die Stadt liegt im Osten der Ukraine und wird von Separatisten kontrolliert, die dort eine eigene Volksrepublik ausgerufen haben. Auch in der Nachbarregion Luhansk soll es zu Kämpfen zwischen ukrainischen Sicherheitskräften und Rebellen gekommen sein.

Entspannung deutet sich derweil an der Grenze zu Russland an. "Wir beobachten begrenzte Aktivität russischer Truppen in der Nähe der ukrainischen Grenze. Das KÖNNTE bedeuten, dass sich manche dieser Kräfte zurückziehen", schrieb Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen auf Twitter. Man sehe aber auch weitere russische Truppenübungen nahe der Grenze.

Machthaber in Luhansk rufen Kriegsrecht aus

Prorussische Separatisten wollen die Präsidentenwahl am Sonntag in den östlichen Teilen des Landes verhindern und streben eine Abspaltung von der Ukraine an. Die Regierung in Kiew wiederum setzt das Militär ein, um die Kontrolle über das Gebiet wiederzuerlangen.

Ob es auch Opfer unter den moskautreuen Kämpfern gab, war zunächst unklar. Die prowestliche Regierung geht in der Region mit einem "Anti-Terror-Einsatz" gegen Separatisten vor. Kiew hat die Kontrolle über weite Teile der Gebiete Donezk und Luhansk verloren und bereits eingeräumt, dass die Präsidentenwahl an diesem Sonntag dort nicht stattfinden kann.

Die Machthaber in der selbst ernannten "Volksrepublik Luhansk" riefen das Kriegsrecht aus. Dies gelte, bis die prowestliche Führung ihre Truppen aus der Region an der russischen Grenze abziehe, kündigte ein Sprecher an.

ade/dpa/AP/AFP

insgesamt 124 Beiträge
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Seite 1
Az. 22.05.2014
1. Keine Chance!
Mal ehrlich, die ukrainische "Armee" hat gegen die Föderalisten keine Chance. Zusammengewürfelt aus Maidan-Krawallmachern, die keine Ahnung vom Kriegführen haben. Auf der anderen Seite erfahrene Kämpfer, wütende Berkut-Jungs, übergelaufene Soldaten der regulären Armee. Würden private Söldner der Academi und anderer Firmen die Nazi-Garde nicht unterstützen, würden die gar kein Land mehr sehen. Die sollten sich selbst einen Gefallen tun und sich aus dem Osten verziehen, bevor ein richtiger Krieg ausbricht.
tschörmen 22.05.2014
2. Also ich bleibe dabei...
... meiner Meinung nach eine russische Terrortruppe, diese Seperatisten. Kein normaler Bürger hat in seinem Keller schwere Waffen rumliegen, die in einem "Krieg" eingesetzt werden können. Und mir kann keiner erzählen, dass die mit Steinschleudern oder Luftgewehren auf das ukrainische Militär schießen... Und auch hier wieder gleichzeitig ein "Angriff" auf demokratische Wahlen. Bravo Russland!
newsoholic 22.05.2014
3. Wer waren diese Soldaten?
Waren es tatsächlich erfahrene Soldaten aus der Armee oder vielmehr unerfahrene Soldaten der Nationalgarde? Diese nämlich sind es, die Kiew vornehmlich in den Osten des Landes in den Kampf gegen die eigene Bevölkerung schickt, da viele der "echten" Soldaten sich weigern, auf Landsleute zu schießen. Viele der so genannten Soldaten in der Nationalgarde sind erst vor kurzem rekrutiert worden, oft aus dem nationalistischen Lager. Aus Wikipedia: "Die Nationalgarde der Ukraine soll hauptsächlich aus Freiwilligen der sogenannten Maidan-Selbstverteidigungsgruppen zusammengesetzt sein."
radeberger78 22.05.2014
4. Waren es wirklich Armeeangehörige ?
Zitat von sysopGetty ImagesBei Kämpfen mit prorussischen Einheiten nahe Donezk hat die ukrainische Armee herbe Verluste erlitten, acht Soldaten kamen ums Leben, 17 wurden verletzt. In der ostukrainischen Stadt Luhansk rufen die Separatisten das Kriegsrecht aus. http://www.spiegel.de/politik/ausland/ostukraine-nahe-donezk-sterben-ukrainische-soldaten-bei-kaempfen-a-971012.html
Soweit bekannt ist doch in der Ostukraine Hauptsächlich die Nationalgarde eingestetzt, die aus besonders überzeugten Maidan Aktivisten besteht.
herumnöler 22.05.2014
5. Frage
Mir ist nicht klar, was die Kaempfer in den selbsternannten Volksrepubliken des ukrainischen Ostens antreibt: Wollen sie den Leuten bessere Lebensumstaende verschaffen? Nun, dann wird es ein Wechsel aus schwarzen Plattenbau-Wohnhoehlen in ebenso schwarze Plattenbau-Wohnhoehlen Russlands werden. Egal wie: Wodkabesoffen sind viele schon um 10 Uhr morgens und torkeln durch die Strassen von Donetsk. Eigene Beobachtung.
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