Ostukraine Kiew bringt schwere Geschütze zurück an die Front

Es ist der blutigste Kampftag seit Monaten: Trotz der vereinbarten Feuerpause fährt die ukrainische Armee wieder schwere Waffen auf - angeblich als Reaktion auf eine Großoffensive der Separatisten.

Tränen in Donezk: Ein Mann steht vor den Trümmern seines zerstörten Geschäfts
DPA

Tränen in Donezk: Ein Mann steht vor den Trümmern seines zerstörten Geschäfts


Die Lage in der Ostukraine eskaliert: Die Militärführung in Kiew hat schwere Waffen an die Front zurückgebracht - trotz des Minsker Friedensabkommens. Damit wollte die Armee eine Offensive abwehren, die angeblich von den prorussischen Aufständischen in der Donbass-Region gestartet wurde.

Die Separatisten hätten beim Ort Marjinka mit rund tausend Kämpfern angegriffen, teilte der Generalstab in Kiew mit. "Die russischen Terroristen haben gegen 4 Uhr eine Großoffensive auf die ukrainischen Stellungen begonnen und damit das Abkommen von Minsk verletzt", erklärte der Generalstab. Mehr als zehn Panzer habe "der Feind" in Richtung Donezk geschickt.

Das Militär habe daraufhin Artillerie eingesetzt, "die sich bis dahin gemäß den Minsker Vereinbarungen im Hinterland befand", hieß es. Die Ukraine habe ihre internationalen Partner vorher informiert. Bei den Friedensgesprächen im weißrussischen Minsk Mitte Februar hatten sich die Konfliktparteien eigentlich darauf geeinigt, schweres Kriegsgerät abzuziehen.

Die Kiew-treuen Gesundheitsbehörden zählten sechs verletzte Zivilisten, auch mehr als elf Regierungssoldaten wurden den Angaben zufolge verletzt.

Die Separatisten wiederum berichteten von einem Beschuss durch die ukrainische Armee. Bei den Kämpfen sollen ihnen zufolge mindestens 15 Menschen getötet und rund 60 verletzt worden sein.

In der Konfliktregion Donbass gilt seit Februar eine Feuerpause, die aber brüchig ist. Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatten bereits vor Kurzem bei Kontrollen von 14 Sammelstellen auf beiden Seiten festgestellt, dass die dort vor einiger Zeit gelagerten schweren Waffen verschwunden seien. Es war unklar, ob die Raketenwerfer und Haubitzen zurück zur Frontlinie transportiert wurden.

Insgesamt wurden in dem Konflikt in den vergangenen 14 Monaten nach Uno-Angaben mehr als 6400 Menschen getötet und mehr als eine Million Menschen in die Flucht getrieben.

kry/dpa/AFP



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widder58 03.06.2015
1. Die ukrainischen Faschisten
waren nie an einem Frieden interessiert - das haben sie auch deutlich gemacht. Poroschenko ist eine Marionette, kein Wort von dem, was er von sich gibt, hat irgendeinen Wert. Das Land wird fremdbestimmt, unter anderem von der EU, und wird mit Gewalt ruiniert. Die katastrophale Außenpolitik der EU, inkl. den Deutschen selbstverständlich, trägt Früchte.
politik-nein-danke 03.06.2015
2. Pünktlich zum G7-Gipfel.....
...fängt Kiew wieder mit dem zündeln an....
joergalexander 03.06.2015
3. Mit Ansage, auch wenn es schon lange feststand.
Warum überrascht mich das nicht? Wir hatten es ja in den letzten Wochen hundertfach von Poro ("totaler Krieg", "bis zum letzten Blutstropfen", etc.), Jaz, Jaros, Awakov, Tutschinov ("dreckige Bombe") und den sonstigen Schergen gehört - mit Ansage, was fast noch zu mild ausgedrückt ist. Für was wird den die bankrotte Ukraine sonst von NATO-Ländern trainiert/ausgebildet und aufgerüstet und in dieser Richtung von Merkel, EU, IWF und USA finanziert - um Minsk II. einzuhalten??? Minichten!!!
seneca55 03.06.2015
4. Pünktlich zum G-7-Gipfel rührt Kiew Kriegstrommeln
um Gelder in Milliardenhöhe von den G-7 gegen Moskau und den Donbass zu erhalten. Gut geplantes mediales Kiewer-Schurkenstück, nur leider allzu durchsichtig. Kiew braucht kein Stalingrad um an die Milliarden des Westen zu kommen, das geht einfacher, wenn man von Griechenland lernen könnte.
stonecold 03.06.2015
5.
Genau, die hochprofessionelle ukrainische Armee hat innerhalb von Minuten auf den 1.000-Mann-Angriff der Rebellen reagiert und die abgezogene schwere Artillerie so schnell wieder aufgestellt, dass sie 12 Stunden lang entlang der gesamten Frontlinie die "russischen Panzer" zurückschlagen konnte, die, wie das Foto zeigt, ihren Angriff perfiderweise von einem Donezker Gemüsemarkt aus gestartet hatten (20 km von Marijnka entfernt), unterstützt von als Zivilisten getarnten russischen Speznasterroristen. Zusammenfassung: - angebliche Rebellenoffensive wurde von niemandem außer Kiew "bemerkt" - blitzschnelle "Rückkehr" der schweren ukrainischen Waffen - wieder (wie in den letzten zwei Wochen öfter, leider von westlichen Medien unbemerkt) mehrere Zivilisten und an die 100 Verletzte Fazit: die Sanktionen gegen Russland müssen unbedingt verschärft und die Ukraine mit Geld und Waffen in ihrem demokratischen Freiheitskampf unterstützt werden.
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