Ostukraine Wählen ohne Wahl

Die prorussischen Rebellen in den selbsternannten Volksrepubliken Luhansk und Donezk lassen die Bürger wählen. Die EU-Außenbeauftragte Mogherini nannte das Votum bereits vorab "illegal und unrechtmäßig".

Wähler in Donezk
REUTERS

Wähler in Donezk


Mit ersten Ergebnissen wird am Sonntagabend gerechnet, nach Schließung der Wahllokale - aber das Ergebnis gilt bereits als ausgemacht: Trotz internationaler Kritik haben die prorussischen Rebellen in der Ostukraine Wahlen abgehalten. Die Bewohner in Luhansk und Donezk sollten damit die Interimschefs Leonid Passetschnik und Denis Puschilin bestätigen.

Die USA und die EU hatten bereits im Vorfeld erklärt, dass sie die Ergebnisse in den von Kiew abtrünnigen Gebieten nicht anerkennen werden. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini bezeichnete die Abstimmung als "illegal und unrechtmäßig". Russland sieht das anders. Die Wahl verstoße nicht gegen die Vereinbarung von Minsk, hieß es aus dem Kreml. Im Februar 2015 war in Minsk in Weißrussland ein Friedensplan für den Krieg in der Ostukraine vereinbart worden.

Wahlen in Uniform
REUTERS

Wahlen in Uniform

Die beiden Kandidaten führen bislang nur übergangsweise die Amtsgeschäfte. Passetschnik hatte vor einem Jahr den nach Russland geflohenen Igor Plotnizki abgelöst. Puschilin ersetzte im September den bei einem Attentat getöteten Alexander Sachartschenko. Mit den "Republikchefs" werden auch die "Parlamente" bestimmt. Zuletzt war in den Gebieten im November 2014 gewählt worden.

Donezk und Luhansk hatten sich im Frühjahr 2014 von der Regierung in Kiew losgesagt. Seitdem kämpfen ukrainische Regierungstruppen gegen prorussische Rebellen in der Ostukraine, die von Moskau unterstützt werden. Nach Uno-Zählungen wurden mehr als 10.000 Menschen getötet.

dop/dpa



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