Anschlag in Ottawa Kanadas Premier will Einsatz gegen Terroristen verstärken

Ein toter Soldat und eine ganze Nation unter Schock: Der kanadische Ministerpräsident Stephen Harper hat nach der Schießerei in der Hauptstadt Ottawa eine kämpferische Ansprache gehalten. Man werde sich "nicht einschüchtern lassen".

Kanadas Premierminister Harper: Kampfansage im Fernsehen
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Kanadas Premierminister Harper: Kampfansage im Fernsehen


Ottawa - Der kanadische Regierungschef demonstriert Entschlossenheit: Sein Land werde sich von Angriffen wie am Mittwoch "niemals einschüchtern lassen", sagte Stephen Harper im Fernsehen. Am Mittwoch hatte ein Mann einen Soldaten im Zentrum der Hauptstadt erschossen und war ins Parlamentsgebäude gestürmt. "Wir werden unsere Anstrengungen im Kampf gegen internationale Terrororganisationen verstärken und noch einmal verdoppeln", sagte Harper nun.

Für Angreifer wie den mutmaßlichen Schützen Michael Z.-B. werde es "keinen sicheren Ort geben", sagte Harper weiter. "Angriffe auf unser Sicherheitspersonal und unsere Regierungsinstitutionen sind naturgemäß auch Angriffe auf unser Land, unsere Werte, unsere Gesellschaft und auf uns Kanadier als freies, demokratisches Volk", erklärte Harper in seiner emotionalen Rede an die Nation.

Kanada will an Einsatz gegen den IS festhalten

Die Regierung und die Sicherheitsdienste des Landes würden daher alles gegen Terrororganisationen tun, die aus anderen Ländern ihre Brutalität ins Ausland exportieren wollten. Das Attentat sei "brutal und gewalttätig" gewesen, sagte Harper weiter und sprach den Angehörigen des getöteten Soldaten sein Beileid aus.

Weitere Details zu der Attacke nannte Harper nicht. Fest steht, dass der Täter einen Soldaten an einem Denkmal tötete, dann im Parlament weitere Schüsse abgab und dort schließlich selbst erschossen wurde - bei dem Rettungsschützen soll es sich um den Sicherheitschef Kevin Vickers gehandelt haben.

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Bluttat: Anschlag auf Parlament - Ottawa unter Schock
Der Hintergrund des Anschlags ist weiter unklar. Kanadischen und US-Medien zufolge soll es sich bei dem mutmaßlichen Attentäter um den 1982 in Kanada geborenen Michael Z.-B. handeln. Die Geheimdienste sollen ihn als "hochgefährlich" eingestuft und erst kürzlich seinen Pass eingezogen haben. Wegen Raubes und Waffenbesitzes soll er zudem 2003 zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden sein. Unklar ist derzeit auch, ob es eine Verbindung zum Attentat eines Radikalislamisten gibt, der am Montag in einem Vorort der kanadischen Metropole Montreal einen Soldaten getötet hatte.

Vor dem Hintergrund einer möglichen Verbindung des Attentäters zu Islamisten sagte Verteidigungsminister Rob Nicholson, Kanada werde an seiner Militärstrategie festhalten. Das Land will sich an den von den USA angeführten Luftangriffen auf Stellungen der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) im Irak und in Syrien beteiligen. Die Behörden gehen daher derzeit von einer erhöhten Anschlagsgefahr aus.

mxw/AP/dpa/AFP

insgesamt 3 Beiträge
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bernteone 23.10.2014
1. schöne story
in amerikanischen news ist die rede von einer vorstrafe wegen drogenbesitzes , bei spon wird gleich ein terrorist kreiert .
Mach999 23.10.2014
2.
Zitat von bernteonein amerikanischen news ist die rede von einer vorstrafe wegen drogenbesitzes , bei spon wird gleich ein terrorist kreiert .
Bite genauer lesen. SPON macht keinen Terroristen aus dem Täter, sondern zitiert lediglich den Ministerpräsidenten. Auch dabei gibt es kein Zitat, das den Täter zum Terroristen erklärt, sondern lediglich die Aussage, dass man verstärkt gegen Terroristen vorgehen will. Natürlich impliziert der Ministerpräsident damit dann einen Zusammenhang mit dem internationalen Terrorismus, ohne es explizit zu erwähnen. Schnellleser leiten dann einen Inhalt ab, der so gar nicht ausgesprochen wurde. Damit dringt er mit einer bestimmten Botschaft durch, die er aber nie beweisen muss, weil er sie ja nicht ausgesprochen hat. Politische Rhetorik eben. Aber auch für diese rheotischen Kniffe des Ministerpräsidenten kann SPON nichts.
b1087483 23.10.2014
3. HHmmmm
Ein toter Polizist und so ein großes Land wie Kanada ist geschockt? Lol, ich lach mich tot. Wieviele Leute sterben an Krankheiten, Autounfällen oder werden liquidiert weil sie die Wahrheit sagen... Diese Mainstreammedienmacht ist so assozial was den Mensch als solches angeht. Hört ma uff mit der albernen Panikmache, können die in Kanada genauso wenig gegen die Regierung tun wie wir? Frag mich wos auf der Welt noch schön ist...
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