Nach Haftbefehl Guatemalas Präsident Pérez tritt zurück

Die Staatsanwaltschaft erließ Haftbefehl gegen den Präsidenten Guatemalas - als Konsequenz daraus tritt Otto Pérez nun von seinem Amt zurück. Er soll einer der führenden Köpfe eines Korruptionsnetzwerks beim Zoll gewesen sein.

Otto Pérez, vor wenigen Tagen: Immunität aufgehoben
AP

Otto Pérez, vor wenigen Tagen: Immunität aufgehoben


Demonstranten fordern seit Monaten seinen Rücktritt - nun wird Guatemalas Präsident Otto Pérez tatsächlich sein Amt niederlegen. Grund dafür ist eine Korruptionsaffäre, in die der Staatschef verwickelt ist. Pérez habe diese Entscheidung getroffen, um auf die gegen ihn eingeleiteten Maßnahmen reagieren zu können, sagte sein Sprecher Jorge Ortega. Kurz zuvor war gegen ihn ein Haftbefehl erlassen worden.

Pérez wird von der guatemaltekischen Staatsanwaltschaft und Uno-Ermittlern beschuldigt, einer der führenden Köpfe eines Korruptionsnetzwerks beim Zoll gewesen zu sein. Gegen Schmiergelder sollen Importeuren Zollabgaben in Millionenhöhe erlassen worden sein.

Bereits am Dienstag hatte das Parlament des mittelamerikanischen Landes die Immunität des konservativen Politikers aufgehoben und damit den Weg für eine Strafverfolgung frei gemacht. Pérez' Anwalt César Calderón kündigte daraufhin an, dass sich sein Mandant "stellen" und mit den Ermittlern zusammenarbeiten werde.

Pérez hatte zuvor trotz anhaltender Proteste gegen ihn darauf beharrt, bis zum Ende seines Mandats Mitte Januar im Amt zu bleiben. Jede Verwicklung in den Korruptionsskandal wies er stets von sich. Bei der am Sonntag bevorstehenden Präsidentschaftswahl durfte Pérez aus verfassungsrechtlichen Gründen ohnehin nicht wieder antreten.

Im Zuge des Skandals war im Mai bereits Vize-Präsidentin Roxana Baldetti zurückgetreten. Sie wurde festgenommen, ihr werden unter anderem Bestechung und Betrug vorgeworfen.

vks/AP/AFP



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