Pakistan Angreifer auf Luxushotel sind tot

Sicherheitskräfte haben die bewaffneten Angreifer auf ein Luxushotel im Südwesten Pakistans getötet. Die Männer hatten zuvor einen Wachmann erschossen.

Pearl-Continental-Hotel in Gwadar: Chinesische Investoren als Ziel
Akhtar Soomro/Reuters

Pearl-Continental-Hotel in Gwadar: Chinesische Investoren als Ziel


Der Anschlag auf ein Luxushotel in der pakistanischen Hafenstadt Gwadar ist vorüber. Sicherheitskräfte haben die Angreifer getötet, berichten die Nachrichtenagentur AP und die BBC übereinstimmend unter Berufung auf Insider aus den pakistanischen Sicherheitskräften. Unklar ist allerdings, um wie viele Angreifer es sich handelte. AP spricht von vier Männern, die BBC lediglich von drei.

Am Samstag hatten die mit Gewehren und Granaten bewaffneten Angreifer um 16.50 Uhr Ortszeit das Luxushotel gestürmt. Dabei töteten sie einen Wachmann im Eingangsbereich. Danach verschanzten sie sich in dem Hotel und lieferten sich über Stunden Feuergefechte mit Sicherheitskräften, die in das Gebäude eingedrungen waren. Schließlich sei es den Sicherheitskräften gelungen, die Angreifer in einem Treppenaufgang in das oberste Stockwerk zu stellen, teilte das pakistanische Militär mit.

Ob und wie viele Gäste sich zum Zeitpunkt des Angriffs im Hotel aufhielten, ist unklar. Der Provinz-Innenminister Ziaullah Langu sprach davon, dass die Mehrheit der Gäste rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden sei. Auch das Militär sprach von einer erfolgreichen Evakuierung. Ein Sprecher des Hotels sagte hingegen der BBC, es hätten sich aufgrund des Fastenmonats Ramadan überhaupt keine Gäste im Hotel befunden.

Pakistans Regierungschef Imran Khan hat den Anschlag inzwischen als terroristischen Akt bezeichnet und verurteilt. Er lobte die schnelle Reaktion der Sicherheitskräfte, die weitere Tote verhindert hätte.

Ziel waren "Chinesen und andere ausländische Investoren"

Die Verantwortung für den Anschlag hat eine militante Separatistengruppe übernommen, die Befreiungsarmee Belutschistans (Balochistan Liberation Army). Die Extremisten fordern mehr Unabhängigkeit für die ärmste Region des Landes.

Das Pearl Continental Hotel wurde laut einer Twitter-Botschaft der Gruppe zum Ziel ihres Anschlags, weil sie "Chinesen und andere ausländische Investoren" treffen wollten. Gwadar hat aufgrund seiner Lage am Arabischen Meer für China strategische Bedeutung. Es gehört zu Chinas "Neue Seidenstraße", ein gigantisches Infrastrukturprojekt. Allein in den pakistanisch-chinesischen Wirtschaftskorridor sollen 60 Milliarden Dollar investiert werden. Das Luxushotel auf einem Hügel oberhalb des Hafens Gwadars ist eine chinesische Investition wird daher vor allem von Chinesen und anderen ausländischen Gästen besucht.

Zu dem Infrastrukturprojekt gehören eine knapp 400 Kilometer lange Autobahn von Peshawar nach Karachi, die 2019 eröffnet werden soll, ein Flughafen und ein Krankenhaus in Gwadar sowie Wasserkraftwerke. Pakistan hofft, so seine Wirtschaft anzukurbeln.

Viele Bewohner der Provinz fühlen sich jedoch von den Profiten, die derartige Projekte bringen, ausgeschlossen. Belutschistan ist die ärmste und am wenigsten entwickelte Region Pakistans. Mehrere bewaffnete extremistische Gruppierungen sind dort aktiv.

fdi/AP

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