Pakistan Extremisten feuern aus Krankenhaus

Schwere Kämpfe in der pakistanischen Provinz Belutschistan: In einem Krankenhaus verschanzten sich Extremisten und lieferten sich Schusswechsel mit den Sicherheitskräften. Dutzende Patienten und Klinikmitarbeiter waren stundenlang gefangen.
Helfer mit einem verletzten Jungen in Quetta: Viele Tote und Verletzte

Helfer mit einem verletzten Jungen in Quetta: Viele Tote und Verletzte

Foto: BANARAS KHAN/ AFP

Islamabad - In der pakistanischen Stadt Quetta haben radikale Islamisten blutige Anschläge verübt. Erst explodierte eine Bombe in einem Bus für Studentinnen der einzigen Frauenuniversität der Provinz. Dabei wurden 11 Frauen getötet und viele weitere Insassen verletzt, wie die Polizei mitteilte. Viele der verletzten Frauen schwebten nach Polizeiangaben in Lebensgefahr.

Doch in dem Krankenhaus, in das sie gebracht wurden, drohte ihnen wieder Gefahr. Bewaffnete verschanzten sich in der Notaufnahme. Sie lieferten sich Schusswechsel mit den Sicherheitskräften, die das Gebäude belagerten. Auf Fernsehbildern waren Sicherheitskräfte rund um das Krankenhaus zu sehen, darüber kreiste ein Hubschrauber. Dutzende Patienten und Mitarbeiter des Krankenhauses waren zwischen den Fronten gefangen. Inzwischen haben die Sicherheitskräfte das Gebäude gestürmt.

Mindestens 13 Menschen wurden am Samstag insgesamt in Quetta getötet. Die Stadt liegt in der westlichen Unruheprovinz Belutschistan. In dem Gebiet kämpfen mehrere Separatistengruppen mit Gewalt für eine größere Unabhängigkeit der Provinz von Islamabad. Auch Taliban-Milizen sind in der Region aktiv.

Im Südwesten Pakistans kommt es immer wieder zu Angriffen auf Mädchen und Frauen, die zur Schule oder zur Universität gehen. Für weltweite Bestürzung sorgte im vergangenen Jahr ein Anschlag auf die pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai.

Am Samstag hatten Aufständische in Belutschistan zudem das ehemalige Wohnhaus des Staatsgründers Mohammed Ali Jinnah in der Ortschaft Ziarat mit Panzerfäusten beschossen und dabei einen Polizisten getötet. Das Quaid-e-Azam-Residenz-Museum, in dem Erinnerungsstücke an Jinnah ausgestellt waren, fing nach dem Angriff Feuer und brach zum Teil ein.

Jinnah hatte in dem zweistöckigen Holzhaus aus dem Jahr 1892 etwa zwei Monate lang gelebt, bevor er 1948 starb. Er war Chef der Muslime in Britisch-Indien und gründete 1947 den muslimisch dominierten Staat Pakistan. Ministerpräsident Nawaz Sharif verurteilte den Angriff auf das Museum scharf. Die Befreiungsarmee Belutschistans bekannte sich nach Angaben des pakistanischen Innenministers Nisar Ali Khan zu dem Anschlag auf die Einrichtung.

kgp/dpa/Reuters
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