Pakistan Bewaffnete stürmen Luxushotel

Im Südwesten Pakistans haben bewaffnete Angreifer ein Luxushotel attackiert, ein Wachmann wurde getötet. Zu dem Anschlag bekannte sich eine Separatistengruppe.

Hafenstadt Gwadar im Südwesten Pakistans: Wichtige Station der "Neuen Seidenstraße"
Anjum Naveed/ AP

Hafenstadt Gwadar im Südwesten Pakistans: Wichtige Station der "Neuen Seidenstraße"


Mit Gewehren und Granaten bewaffnete Angreifer haben ein Luxushotel im Südwesten Pakistans gestürmt. Dabei wurde ein Mensch - ein Wachmann - getötet. "Bis zu vier bewaffnete Männer sind in das Pearl Continental Hotel in Gwadar eingedrungen und haben das Feuer eröffnet", sagte der Provinz-Innenminister Ziaullah Langu der Nachrichtenagentur AFP.

Reuters meldet, die Angreifer hätten sich in dem Gebäude verschanzt und sich über drei Stunden ein Feuergefecht geliefert mit den Sicherheitskräften vor Ort. Dabei soll es mehrere Leichtverletzte gegeben haben. Dem Militär sei es schließlich gelungen, die Angreifer in einem Treppenaufgang in das oberste Stockwerk zu stellen.

Die Mehrheit der Gäste des Fünfsternehotels sei zuvor in Sicherheit gebracht worden, sagte der Minister. Andere Angaben machte die Polizei: Von ihrer Seite hieß es, in dem Gebäude habe sich zum Zeitpunkt des Angriffs nur Personal aufgehalten.

In einer E-Mailnachricht hat inzwischen die militante Gruppe Befreiungsarmee Belutschistans (Balochistan Liberation Army) die Verantwortung für die Tat übernommen. Die Extremisten fordern mehr Unabhängigkeit für die ärmste Region des Landes.

Das Pearl Continental Hotel liegt auf einem Hügel oberhalb des Hafens und wird vor allem von ausländischen Gästen besucht. Viele Chinesen übernachten hier, denn in der Umgebung entsteht ein millionenschweres chinesisches Infrastrukturprojekt.

Gwadar liegt in der pakistanischen Unruheprovinz Belutschistan am Arabischen Meer. Der Tiefseehafen soll für den Wirtschaftskorridor von Pakistan mit China ausgebaut werden und Teil von Chinas "Neues Seidenstraße" werden.

Zu dem Infrastrukturprojekt gehören eine knapp 400 Kilometer lange Autobahn von Peshawar nach Karachi, die 2019 eröffnet werden soll, ein Flughafen und ein Krankenhaus in Gwadar sowie Wasserkraftwerke. Pakistan hofft, so seine Wirtschaft anzukurbeln.

Viele Bewohner der Provinz fühlen sich jedoch von den Profiten, die derartige Projekte bringen, ausgeschlossen. Erst vor drei Wochen hatten in Belutschistan bewaffnete Männer 14 Buspassagiere erschossen. Zu dem Überfall bekannte sich eine Separatistengruppe.

löw/dpa/Reuters/AFP



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