Pakistan Bis zu 3000 Tote durch Drohnen-Angriffe

In den USA gibt es heftige Proteste gegen den Einsatz, jetzt hat Pakistans Regierung neue Opferzahlen veröffentlicht: Durch amerikanische Drohnen sind in den vergangenen Jahren demnach bis zu 3000 Menschen ums Leben gekommen. Islamabad fordert ein Ende der Angriffe.
Amerikanische "Predator"-Drohne: Pakistan fordert ein Ende der Angriffe

Amerikanische "Predator"-Drohne: Pakistan fordert ein Ende der Angriffe

Foto: REUTERS/ U.S. Airforce

Islamabad/Washington - Im Anti-Terrorkrieg an der Grenze Pakistans zu Afghanistan sind seit Beginn der Einsätze im Jahre 2004 durch US-Drohnen zwischen 1900 und 3000 Menschen getötet worden. Diese Zahl gab der pakistanische Außen-Staatssekretär Jalil Abbas Jilani bekannt.

Unter den Opfern seien Zivilisten, 80 Prozent der Getöteten seien allerdings Extremisten, sagte Jilani bei einer Unterrichtung von Abgeordneten in Islamabad.

Die Terrororganisation al-Qaida sei zwar durch die Drohnen massiv geschwächt worden, bilanzierte der Politiker. Aber dennoch fordere Pakistan ein Ende der Angriffe, weil sie gegen die Souveränität des Landes und gegen internationales Recht verstießen.

Brennan verteidigt US-Drohnenpolitik

Der Einsatz der US-Drohnen hatte zuvor auch in Washington zu Tumulten bei der Anhörung des neuen CIA-Chefs John Brennan geführt. Die Vorsitzende des Ausschusses, Dianne Feinstein, musste den Saal von der Polizei räumen lassen, nachdem Demonstranten mehrfach lautstark gegen die tödlichen Angriffe der USA im Ausland protestiert hatten.

Brennan verteidigte den Einsatz: "Wir sind weiter im Krieg gegen al-Qaida und deren verbündeten Kräfte, die immer noch tödliche Schläge gegen unser Heimatland und unsere Bürger ausführen wollen", sagte der bisherige Anti-Terror-Berater von Präsident Barack Obama dem Geheimdienstausschuss des Senats. An der Notwendigkeit dieser "verdeckten Aktivitäten" änderten auch die bisherigen Erfolge gegen das Terrornetzwerk nichts.

Brennan gilt als Chefstratege der geheimen Angriffe mit den unbemannten Flugzeugen in Ländern wie Somalia, Pakistan und dem Jemen. Dabei wurden auch US-Bürger getötet. Er soll bei der CIA den Ex-General David Petraeus ersetzen, der im November wegen einer Sexaffäre zurückgetreten war.

als/dpa
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