Pakistan Blutiger Angriff überschattet Biden-Besuch

Bei einem Besuch in Pakistan hat US-Vizepräsident Biden dazu aufgerufen, Extremisten stärker zu bekämpfen. Die Islamisten antworteten mit neuer Gewalt: Ein schwerer Anschlag erschütterte den Nordwesten des Landes. Mindestens 18 Menschen starben.

Verletzter Junge im Nordwesten Pakistans: Neuer Angriff von Extremisten
dpa

Verletzter Junge im Nordwesten Pakistans: Neuer Angriff von Extremisten


Islamabad - Wie alltäglich der Terror in Pakistan ist, hat US-Vizepräsident Joe Biden am Mittwoch erfahren. An dem Tag seines ersten Besuchs im Land seit seinem Amtsantritt erschütterte ein schwerer Anschlag den Nordwesten des Landes. Ein Attentäter steuerte in der Stadt Bannu ein mit Sprengstoff beladenes Auto in eine Polizeistation. Mindestens 18 Menschen riss er mit in den Tod.

In den Trümmern der zerstörten Wache seien zehn Leichen von Polizisten gefunden worden, sagte ein Polizeisprecher. In einer benachbarten Moschee, die ebenfalls zerstört wurde, seien mindestens acht Zivilisten getötet worden.

Biden nutzte seinen Besuch, um die pakistanische Regierung zu einem energischen Vorgehen gegen das Terrornetzwerk al-Qaida zu ermuntern. Nach einem Treffen mit Premierminister Yousuf Raza Gilani bekräftigte er, al-Qaida plane bis heute Anschläge gegen die USA. Die Terroristen hätten Zuflucht in entlegenen Gegenden des Landes gefunden und arbeiteten mit Extremisten zusammen, die auch in Pakistan Anschläge verübten.

Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari sicherte den USA bei einem Treffen mit Biden erneut den Kampf gegen Extremisten und Terrorismus "bis zur vollständigen Auslöschung dieser Bedrohung" zu.

Doch der Anschlag im Nordwesten machte wieder einmal deutlich, wie gefährlich die militanten Islamisten in dem Land sind. Die Region gilt als Hochburg islamistischer Aufständischer, die zum Teil mit al-Qaida in Verbindung stehen sollen. Zu dem neuen Attentat bekannten sich pakistanische Taliban, die die Attacke als Vergeltung für US-Drohnenangriffe bezeichneten.

Die USA hatten den Einsatz von Drohnen zur Bekämpfung der Aufständischen im Nordwesten Pakistans in den vergangenen Monaten deutlich verstärkt. Erst am Freitag starben fünf Menschen nach dem Beschuss durch ein unbemanntes Flugzeug. Im Jahr 2010 waren bei rund hundert Drohnenangriffen mehr als 670 Menschen getötet worden.

Biden versuchte dem Vorwurf entgegenzutreten, US-Drohnenangriffe auf Terroristen verletzten die Souveränität Pakistans. "Ich würde respektvoll darauf hinweisen, dass die Extremisten die Souveränität Pakistans verletzen", sagte er.

kgp/dpa/AFP



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