Pakistan Bombenanschlag beim Abendgebet

Bei einer Bombenexplosion im Süden Pakistans sind  zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Der Selbstmord-Attentäter zündete seine Fünf-Kilo-Bombe während einer religiösen Zeremonie.


Karachi - 57 Menschen seien bei dem Selbstmordanschlag gestern Abend ums Leben gekommen, berichtete das pakistanische Innenministerium heute Morgen. Dutzende weitere wurden verletzt, viele von ihnen wurden mit schweren Wunden in Krankenhäuser gebracht. Der Täter habe eine fünf Kilogramm schwere Bombe gezündet, sagte Polizeichef Niaz Siddiqui. Er habe direkt neben den Führern der Organisation Sunni Tehrik gesessen, die die Versammlung organisiert habe. Tehrik starb bei der Explosion.

Karachi: Freiwillige Helfer bergen einen Verletzten
REUTERS

Karachi: Freiwillige Helfer bergen einen Verletzten

Der Sprengsatz detonierte während der Abendgebete in einem öffentlichen Park in der Stadt Karachi. Dort hatten sich zahlreiche Gläubige anlässlich des Geburtstags des Propheten Mohammed versammelt.

Die Explosion löste im Nischtar-Park im Zentrum der Hafenstadt eine Massenpanik unter den tausenden Muslimen aus. Männer mit blutbefleckten Kleidern drängten auf die Bühne, um Verletzten beizustehen. Polizisten schossen in die Luft, um die Menschenmenge zurückzudrängen. Aufgebrachte Versammlungsteilnehmer setzten nach Berichten von Augenzeugen Autos in Brand und bewarfen die Sicherheitskräfte mit Steinen. Unter den Toten sind zwei prominente sunnitische Geistliche, Sheik Hanif Billu und Akram Quadri.

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf und Regierungschef Shaukat Aziz verurteilten den Anschlag. Sie ordneten die Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen vor Moscheen an. Es handele sich um einen Destabilisierungsversuch "von anti-staatlichen und anti-islamischen Elementen", sagte Informationsminister Sheikh Rashid.

lan/agö/ler/AP/AFP



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