Proteste gegen Regierung in Pakistan Polizei feuert Tränengas auf Demonstranten

Tausende Demonstranten in Pakistan fordern den Rücktritt von Premier Nawaz Sharif und marschieren zu seinem Sitz in Islamabad. Die Polizei reagiert mit Tränengas - Sharif will sich dem Protest aber nicht beugen.

Demonstranten in Islamabad: Wochenlange Proteste
AP/dpa

Demonstranten in Islamabad: Wochenlange Proteste


Islamabad - Bei Protesten gegen den pakistanischen Premier Nawaz Sharif ist es in der Hauptstadt Islamabad zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Beim Marsch von rund 8000 Menschen zum Sitz des Ministerpräsidenten setzten die Einsatzkräfte nach Angaben der Nachrichtenagentur AP Tränengas ein.

Mindestens 50 Menschen sind bei den Zusammenstößen verletzt worden, viele erlitten Verletzungen durch Gummigeschosse, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf einen Krankenhaussprecher in Islamabad.

Die Demonstranten fordern den Rücktritt des umstrittenen Premiers Nawaz Sharif. Dieser teilte mit, er würde ungeachtet der wochenlang andauernden Proteste nicht von seinem Amt zurücktreten. Bereits seit zwei Wochen protestieren Oppositionellen im Regierungsviertel - bis Samstag war es jedoch weitgehend friedlich geblieben. Die Demonstrationen gelten als die bislang größte Herausforderung für die Regierung.

Es ist nicht der erste Versuch von Oppositionellen, mit einem Protestmarsch den seit rund 15 Monaten regierenden Ministerpräsidenten aus dem Amt zu bewegen. Seine Gegner werfen ihm vor allem vor, die Wahl im vergangenen Jahr manipuliert zu haben. Sharifs Partei, die Pakistanische Muslimliga, hatte damals mit breiter Mehrheit gewonnen.

Auch zwischen Anhängern und Gegnern Sharifs ist es bereits zu Zusammenstößen gekommen: Mitte August hatten Sharifs Unterstützer einen Konvoi mit Oppositionsführer Imran Khan im Osten Pakistans unter anderem mit Steinen attackiert. Der Politiker überstand den Angriff unverletzt.

Der pakistanische Premier wirft Teilen der einflussreichen Armee vor, die Protestbewegung um Khan und den populären islamischen Prediger al-Kadri zu unterstützen. Nach seiner Sicht sei das Ziel seiner Gegner, die Lage in Pakistan so zu destabilisieren, dass das Militär ein Eingreifen zum Schutz des Staates rechtfertigen könnte.

daf/Reuters/AP/AFP



insgesamt 5 Beiträge
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ashoka2 31.08.2014
1. Hat lange gedauert...
dass dieses Ereignis auch die deutschen Medien erreicht. Der Machtkampf in Pakistan tobt schon seit einigen Wochen.
PriseSalz 31.08.2014
2. Aha.
8000 Menschen protestieren gegen den Premier. Von wieviel Wählern? Erinnert mich an Ecuador unter Pr¨siden
PriseSalz 31.08.2014
3. Aha
sorry, falsche Taste... also, erinnert mich an Ecuador 2005. 2000 wild gewordene Demonstranten erreichten tatsächlich das Präsident Lucio Gutiérrez flüchten musste (aus dem Flughafen Quito, unter Lebensangst). Und diese 2000 Heinis beanspruchten für ganz Ecuador zu sprechen, ebenso wie die 8000 in Pakistan. 8000 von wie viel Menschen? Das ist nicht demokratisch, das ist extreme Nötigung. Morgen vielleicht 3000 Demonstranten die in Berlin Doña Angela unter Androhung von Gewalt aus dem Amt schießen? Ich bin wahrhaftig weder Freund von Lucio, noch Nawaz noch Angela, aber so etwas geht nicht. Ich ziehe immer noch die Diktatur der Mehrheit der Diktatur der Minderheit vor, auch wenn das im Moment in DE ins Desaster führt, solange die Mehrheit nicht aufwacht. Extremfälle ausgeschlossen.
abukungfu 31.08.2014
4. Demokratisches Recht
In welcher Demokratie ist es verboten zu demonstrieren!? Ist es legitim auch auf Kinder und Frauen zu schießen. Die momentane Regierung muss zurücktreten. Wir sind im 21. Jahrhundert, nicht im Mittelalter, wenn ein Präsident so verfassungswidrig agiert, muss er demokratisch zurücktreten.
SandraS 31.08.2014
5. Besser Recherchieren, statt falsche Sachverhalte darlegen
Die Redaktion von Spiegel - aber auch alle anderen deutschen Medien - sollten besser bzw. überhaupt mal recherchieren, bevor sie derartige Artikel veröffentlichen. Artikel, deren Inhalt nicht der Wahrheit entspricht. Die Demonstranten in Pakistan, denen auch die in Pakistan lebenden Christen, sowie ALLE anderen religiösen Randgruppen, die in Pakistan leben, angehören, haben friedlich demonstriert und sich langsam und friedlich vom Parlament zum Haus des Ministers bewegt. Sie haben die Barrieren, die auf sämtlichen Straßen Pakistans in Form von Containern von der Regierung errichtet wurden, mit Hilfe eines Krans beiseite geschoben, um passieren zu können. Die erste Stellung der Polizisten ließ die Demonstranten passieren. Die Polizisten am Haus des Ministerpräsidenten eröffneten das Feuer in Form von Tränengas. Später fingen sie an mit scharfen Waffen auf die Demonstranten zu feuern. Es gibt zig Todesopfer, die die Polizei zu verantworten hat. Die Polizisten, die die Demonstranten erst passieren ließen, bildeten hinter ihnen eine Linie und fingen hinterrücks an mit Knüppeln auf die Demonstranten einzuprügeln. Es wurden zahlreiche NICHT-BEWAFFNETE Demonstranten von der Polizei verprügelt und gezielt erschossen. Des Weiteren wurde der Befehl erteilt sowohl den Container des Dr. Qadri, als auch des Herrn Khan zu befeuern bzw. stand sehr lange unter Beschuss der Polizei. Wenn Sie derartige Artikel in Deutschland veröffentlichen, dann sollten diese auch der Wahrheit entsprechen und nicht wie hier, Lügen oder Halbwahrheiten veröffentlicht werden! Dr. Qadri als auch Herr Khan haben von Anfang an zu einer friedlichen Demonstration aufgerufen, an die sich die Demonstranten gehalten haben. Die Regierung hat das Feuer eröffnet bzw. eröffnen lassen. Zudem schießen die Polizisten auf unbewaffnete Frauen UND KINDER !!!!
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