Pakistan Ex-Diktator Musharraf auf Kaution freigelassen

Pakistans Ex-Präsident Pervez Musharraf lebt seit Monaten im Hausarrest, er wurde unter anderem für den Tod von Rebellenführer Bugti verantwortlich gemacht. Jetzt hat ein Gericht den früheren Militärmachthaber auf Kaution freigelassen. Schon am Donnerstag könnte Musharraf das Land verlassen.

Pakistans Ex-Präsident Musharraf (Archivbild): Teilsieg vor Gericht
REUTERS

Pakistans Ex-Präsident Musharraf (Archivbild): Teilsieg vor Gericht


Islamabad - Ein Gericht in Pakistan hat den ehemaligen pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf auf Kaution freigelassen. Ein entsprechender Antrag sei akzeptiert worden, hieß es vom Gericht. Die Kaution beträgt demnach zwei Millionen Rupien, umgerechnet knapp 14.000 Euro.

Musharraf kann das Land nun verlassen, wie sein Anwalt der Nachrichtenagentur Reuters sagte. "Das Justizpersonal, das seinen Arrest überwacht hat, packt jetzt ein und zieht sich zurück, sobald es die Anweisung dazu erhält", sagte Ahmed Raza Kasuri. "Musharraf kann morgen nach Dubai fliegen, wenn alle juristischen Formalitäten geklärt sind."

Der frühere Armeechef steht seit April in seiner Villa am Rande der Hauptstadt Islamabad unter Hausarrest - bewacht von rund 300 Polizisten, Soldaten und Spezialkräften, da ihn unter anderem die radikalislamischen Taliban mit dem Tode bedrohen.

Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs bezog sich auf ein Verfahren wegen des Todes des Rebellenführers Nawab Akbar Khan Bugti: Musharraf wurde vorgeworfen, den Tod des belutschischen Unabhängigkeitskämpfers zu verantworten. Bugti, der einen bewaffneten Kampf für größere Autonomie der Provinz Belutschistan gekämpft hatte, war im August 2006 durch das pakistanische Militär getötet worden.

Zudem laufen gegen Musharraf Verfahren wegen des Mordes an der früheren Premierministerin Benazir Bhutto im Dezember 2007 und wegen Ausrufen des Notstands im gleichen Jahr.

Musharrafs Sprecher Raza Bokhari erklärte nach der jüngsten Gerichtsentscheidung: "Wir sind froh, bestätigen zu können, dass die Weisheit gesiegt hat und dass der Oberste Gerichtshof zugunsten von Ex-Präsident Musharraf entschieden hat." Musharraf habe mit Hilfe seiner Anwälte sämtliche Vorwürfe gegen ihn entkräften können. Sie seien "erfunden und konstruiert" worden, um Musharraf ins Gefängnis zu bringen. Musharraf werde weiter dafür kämpfen, sich zu verteidigen, bis alle Vorwürfe geklärt seien.

Musharraf war in Pakistan von 1999 bis 2008 an der Macht. Erst Ende März war er nach vier Jahren im selbstauferlegten Exil aus Dubai in sein Heimatland zurückgekehrt, um an der Parlamentswahl im Mai teilzunehmen. Ein Gericht untersagte jedoch seine Kandidatur.

aar/kaz/Reuters/AFP

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