Pakistan Ex-Diktator Musharraf muss ins Gefängnis

Erst Hausarrest, dann Festnahme: Der frühere pakistanische Präsident Musharraf wartet nun im Gefängnis auf seinen Prozess wegen Hochverrat. Der Ex-Diktator gibt sich kämpferisch, doch seine politische Ambitionen sind in Gefahr.

Solidaritätsdemonstration für den inhaftierten Musharraf: Prozess wegen Hochverrat
AFP

Solidaritätsdemonstration für den inhaftierten Musharraf: Prozess wegen Hochverrat


Islamabad - Pakistans früherer Militärmachthaber Pervez Musharraf ist in seinem Heimatland von der Polizei festgenommen worden. Nachdem am Donnerstag zunächst ein Hausarrest gegen Musharraf verhängt worden war, wurde er am Freitag in seiner Villa verhaftet. Ob der erst kürzlich aus dem Exil zurückgekehrte Ex-Machthaber bis zum Beginn eines Prozesses gegen ihn in Haft bleiben soll, blieb am Freitag zunächst offen.

Seine Absicht, bei der anstehenden Parlamentswahl anzutreten, scheint jedoch nicht mehr umsetzbar. "General Musharraf wurde für Ermittlungen ins Polizeihauptquartier gebracht", sagte ein ranghoher Polizeibeamter. Nach Angaben von Musharrafs Partei All Pakistan Muslim League (APML) soll der 69-Jährige nach zwei Tagen vor einem Anti-Terror-Gericht in Rawalpindi angehört werden.

Dabei geht es um die Entlassung hoher Richter im Jahr 2007, als Musharraf den Ausnahmezustand verhängt hatte. Pakistanische Anwälte werfen dem Ex-Machthaber die Missachtung der Verfassung und Hochverrat vor. Außerdem wird im Zusammenhang mit dem tödlichen Attentat auf die ehemalige Regierungschefin Benazir Bhutto im Jahr 2007 gegen Musharraf ermittelt. Ein weiteres Verfahren läuft wegen eines tödlichen Militärangriffs auf einen Rebellenführer im Jahr 2006.

Der einstige Armeegeneral wies die Vorwürfe gegen ihn scharf zurück: "Diese Vorwürfe sind politisch motiviert und ich werde vor Gericht gegen sie kämpfen. Dort wird die Wahrheit siegen", schrieb er auf seiner Facebbok-Seite.

Musharraf, der von 1999 bis 2008 an der Staatsspitze stand, war nach vier Jahren im Exil Ende März nach Pakistan zurückgekehrt, um mit der APML zur Parlamentswahl am 11. Mai anzutreten, was ihm jedoch gerichtlich untersagt wurde.

ade/AFP/Reuters

zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.