Vorwurf Hochverrat Pakistans Ex-Präsident Musharraf zum Tode verurteilt

Er rief den Notstand aus, um sich im Amt zu halten: Dafür ist Pakistans früherer Staatschef Pervez Musharraf nun zum Tode verurteilt worden. Der Vorwurf der Anklage lautet Hochverrat.
Pervez Musharraf, Pakistans Präsident von 2001 bis 2008, putschte sich 1999 an die Macht (Archivbild)

Pervez Musharraf, Pakistans Präsident von 2001 bis 2008, putschte sich 1999 an die Macht (Archivbild)

Foto: Aamir QURESHI/ AFP

Pervez Musharraf, pakistanischer Staatschef von 2001 bis 2008, ist von einem Antiterrorgericht zum Tode verurteilt worden. Das Gericht sprach sein Urteil gegen Musharraf am Dienstagnachmittag (Ortszeit) in der Hauptstadt Islamabad.

"Pervez Musharraf wurde nach Artikel 6 des Bruchs der pakistanischen Verfassung für schuldig befunden", sagte Regierungsmitglied Salman Nadeem der Nachrichtenagentur Reuters.

General Musharraf hatte sich 1999 in einem Militärcoup an die Macht geputscht. Er stürzte damals Regierungschef Nawaz Sharif, dessen Amtszeit von Selbstbereicherung geprägt war. 2007 rief Musharraf den Notstand aus, mit dem er seine Amtszeit als Staatspräsident verlängern wollte. Die Richter urteilten, mit der Ausrufung des Notstands habe er die Verfassung verletzt.

Generäle haben Pakistan fast die Hälfte seines Bestehens regiert, seit es 1947 die Unabhängigkeit erlangte. Musharraf ist der erste pakistanische Machthaber, der sich vor einem Gericht für den Verfassungsbruch verantworten musste.

Das Urteil gegen den 76-Jährigen fiel in Abwesenheit, Musharraf befindet sich derzeit in einem Krankenhaus in dem Emirat Dubai. Von dort hatte er sich Anfang Dezember mit einem aufgezeichneten Video vom Krankenbett an das Gericht gewandt und erklärt, er habe "immer für Pakistan gekämpft". Die Vorwürfe wies er als politisch motiviert zurück.

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cht/Reuters/dpa
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