Pakistan Extremisten setzen erneut Dutzende Nato-Laster in Brand

Extremisten in Pakistan haben erneut Nachschublieferungen für die Nato angegriffen. Nach Polizeiangaben gingen über 50 Fahrzeuge in Flammen auf. Die Feuerwehr habe Probleme, die Brände zu löschen.

Sicherheitsleute vor brennenden Lastern im pakistanischen Grenzgebiet: Neue Angriffe
REUTERS

Sicherheitsleute vor brennenden Lastern im pakistanischen Grenzgebiet: Neue Angriffe


Islamabad - In Pakistan nehmen die Angriffe gegen Lastwagen mit Nachschub für die Nato-Truppen in Afghanistan kein Ende. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, griffen Bewaffnete in der Nacht im nordwestlichen Distrikt Nowshera Dutzende geparkte Fahrzeuge an und setzten mehr als 50 davon in Brand. Zwei Soldaten seien bei dem Angriff getötet worden. Den Angaben zufolge fehlte der örtlichen Feuerwehr ausreichendes Gerät, um die Brände zu löschen.

In den vergangenen Tagen waren immer wieder Nato-Lastwagen das Ziel von Angriffen. Insgesamt kamen bei den Überfallen seit Freitag sechs Menschen ums Leben. Mehr als 100 Fahrzeuge wurden zerstört oder beschädigt. Für die Aktionen werden radikal-islamische Extremisten verantwortlich gemacht.

Pakistan hatte aus Protest gegen die Hubschrauber- und Drohnenangriffe der Nato auf pakistanischem Boden vor kurzem eine wichtige Nachschubstrecke ins benachbarte Afghanistan geschlossen. Aus diesem Grund stauten sich an der Grenze mehr als 200 Tanklaster und Containertransporter mit Gütern, die für die internationale Schutztruppe gedacht sind.

Grund für die Verärgerung Pakistans: Bei einem Hubschrauberangriff waren zwei pakistanische Soldaten gestorben. Die USA entschuldigten sich und sprachen von einem schrecklichen Unfall.

Die Nato gab bekannt, sie rechne durch die Schließung der Nachschubroute nicht mit Beeinträchtigungen ihres Einsatzes am Hindukusch. "Die Isaf-Operationen hier in Afghanistan sind von all diesen Ereignissen nicht betroffen", sagte ein Sprecher am Donnerstag. Mit dem Abschluss der laufenden Untersuchungen zum Helikopterangriff rücke auch die Öffnung der Route wieder näher. Um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern, hatte das US-Militär zuletzt mit Hochdruck an Projekten aus dem Bereich der alternativen Energien gearbeitet.

hut/dpa/Reuters

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