Pakistan Islamisten setzen über hundert Militärfahrzeuge in Brand

Im Norden Pakistans haben Dutzende Männer einen Anschlag auf ein Depot verübt, das der Versorgung der Nato-Truppen in Afghanistan dient. Sie zündeten über hundert Lkw an, ein Mensch wurde getötet.


Peschawar - Die Angreifer beschossen die Lastwagen, die Humvees und andere Militärfahrzeuge transportierten, mit Raketen und Granaten. 106 Fahrzeuge standen in Brand, berichtete ein Manager des Depots. Ein Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma sei bei dem Angriff getötet worden. An dem Angriff in der Nähe von Peshawar waren nach Polizeiangaben über 200 Männer beteiligt.

"Sie schrien 'Allah-o-Akbar' (Gott ist groß) und 'Nieder mit Amerika'", erzählte ein Wachmann des Depots. "Sie brachen in das Terminal ein, nachdem sie uns unsere Waffen abgenommen hatten." Der Anschlag der vergangenen Nacht war der heftigste in einer seit Wochen andauernden Serie von Attentaten auf Versorgungsfahrzeuge.

Im November stoppte die Regierung die Versorgung auf der Hauptroute für eine Woche, nachdem militante Angreifer mehr als ein Dutzend Lkws auf der Straße gekapert hatten. Die Sicherheitskräfte nehmen an, dass immer mehr militante Islamisten aus weiter entfernten Stammesgebieten zugereist sind und sich in dem Gebiet ausgebreitet haben.

Es wird vermutet, dass Extremisten der Taliban-Miliz den Nachschub für die internationalen Truppen in Afghanistan treffen wollen, der zu einem großen Teil von Pakistan aus über den Khyber-Pass geführt wird. Da Afghanistan keinen Zugang zum Meer hat, werden die dortigen US- und Nato-Truppen über Pakistan versorgt. Rund 75 Prozent der Versorgung der Nato-Truppen gelangt auf diesem Wege nach Afghanistan.

dab/AP/Reuters



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